Wenn Katzen verloren gehen

Selbst eine sehr große Katze in einer sehr kleinen Wohnung zu „verlieren" ist kein Kunststück.
 
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Ihre Katze kann auch bei einem Nachbarn Unterschlupf gefunden haben!

Wer seinen wohlgenährten Brummer schon einmal dabei beobachtet hat, wie er mit Akribie und Akrobatik seine Kilos in einen winzigen Karton schlichtet, der weiß, wie schnell es geht, dass das Tier selbst in den eigenen vier Wänden wie vom Erdboden verschluckt ist. Ungleich schlimmer ist es, wenn die Katze außerhalb der Wohnung verschwindet.

Wenn eine Katze verschwindet , ist sehr oft der Halter daran schuld. Er hat ihr vielleicht den Besuch in der Nachbarwohnung erlaubt oder bietet ihr für die Nachtstunden das Treppenhaus als „Auslaufersatz“ an. Das Tier empfindet solche Freiheiten sicherlich als angenehm und gewöhnt sich sehr schnell daran. Meistens findet es auch wieder zu „ihrer“ Wohnungstür zurück. Aber was machen Sie, wenn sich die Katze einfach mal in der Etage irrt und vor der falschen Tür auf Einlass wartet? Oder wenn sie bis ins Erdgeschoss wandert und in einem unbeaufsichtigten Moment ins Freie gelangt und von dort auf die Straße?

Noch mal gut gegangen

Haben Sie alle Verstecke abgesucht, lockend mit Brekkies und/oder dem Napf gescheppert und die Katze trotzdem nicht gefunden? Dann bleibt dreierlei zu hoffen. Erstens dass Sie keinen ungesicherten Balkon/Terrasse haben, zweitens dass Ihre Mieze bei einem anderen Mieter untergeschlüpft ist (der sie nicht kennt, weshalb Sie wohl alle Parteien im Haus abklappern müssen), drittens dass Mieze „nur“ im falschen Stockwerk, im Keller oder vor der Dachbodentür sitzt.
Wenn Sie sich nun auf die Suche begeben, bedenken Sie, dass in der fremden Umgebung auch der vertraute Mensch fremd aussieht und die Stimme anders klingt. Also machen Sie sich so klein wie möglich, sprechen mit leisen, beruhigenden Worten und nähern sich ganz langsam mit einer ausgestreckten Hand, damit sie Geruch aufnehmen kann. Sonst wird sie flüchten. Und eine panisch vorbeihuschende Katze dabei zu fassen und festzuhalten, kann Verletzungen auf beiden Seiten hervorrufen.

Tipp: Ihre Katze kann auch bei einem Nachbarn Unterschlupf gefunden haben, ohne dass dieser das mitgekriegt hat. Erkunden Sie, welche Tür zum fraglichen Zeitpunkt einladend geöffnet war.

Erste Suchaktion ohne Erfolg

  • Inspizieren Sie Hinterhöfe, offene Kellerfenster in Bodenhöhe, Bäume, Büsche, Lichtschächte, Müllhäuschen, Fahrrad- und Kinderwagenabstellplätze, die andere Seite von kleinen Mauern, Nachbarhäuser, Gärten, Garagen und Garagendächer. Häufig findet man die Katze an diesen Stellen, denn dort versteckt sich ein verängstigtes Tier am häufigsten.
  • Schauen Sie unter jedes geparkte Auto, leuchten Sie mit der Taschenlampe vom Boden aus ins Innere hoch - immer wieder werden Katzen schwer verletzt oder gar getötet, weil sich, ähnlich wie Marder, in das Fahrwerk geklettert sind und das Auto dann losgefahren ist – mit der Katze!


Wichtig: Statten Sie Ihre Helfer mit einem Foto Ihrer Katze aus, damit sie bei Nachbarn und Passanten gezielt nach genau diesem Tier fragen können.
Hier haben wir für Sie einen Flyer "Katze entlaufen" als PDF vorbereitet, den Sie hier bequem herunterladen können.

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Dieser Flyer ist auch in unserem Notfallkarten-Set enthalten, das Sie ebenfalls herunterladen können.

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Zweite Suchaktion ohne Erfolg

Falls Ihr Tier bei der ersten Suchaktion nicht gefunden wurde, geraten Sie nicht in Panik. Setzen Sie in den nächsten Tagen die Suche fort und hängen Sie Suchzettel aus – möglichst in Klarsichtfolie verpackt, damit der Regen die Zettel nicht aufweicht und unleserlich macht. Schreiben Sie die wichtigsten Angaben zu Ihrer Katze auf die Zettel – Name, vermisst seit ..., gechipt/tätowiert, Ihre Telefonnummer. Noch wichtiger als der Text ist ein Foto Ihrer Katze. Informieren Sie Tierärzte und Tierheime in Ihrer Umgebung, ebenso die Polizei, und melden Sie den Verlust Ihrer Katze beim Haustierregister (bei dem Sie Ihr Tier hoffentlich angemeldet haben).

Fundsache

Haben Sie eine Katze gefunden, müssen Sie das umgehend dem Tierheim, Ihrem Tierarzt, der Polizei oder dem Ordnungsamt melden. So erreichen Sie, dass ein Tier schneller wieder nach Hause kommt, und vermeiden zudem, dass der Besitzer des Tieres Sie später womöglich des Diebstahls bezichtigt. Der Tierarzt oder das Tierheim kann prüfen, ob die Katze gechipt ist und ob sie verletzt ist. Kann der Besitzer ausfindig gemacht werden, steht einer glücklichen „Familienzusammenführung“ nichts mehr im Weg.

Häufig ist es jedoch so, dass die Katze ausgesetzt wurde, weil die Menschen ihrer überdrüssig wurden und sie einfach loshaben wollten. Solche verantwortungslosen Leute dann zu zwingen, ihr Tier zurückzunehmen, nur dass sie es bei nächster Gelegenheit wieder „wegwerfen“ und es zuvor vielleicht noch misshandeln, oder dass sie das arme Geschöpf sogar umbringen, ist natürlich völlig falsch. Hier ist das Tierheim die bessere Lösung – oder Sie behalten den Findling selbst, das wäre natürlich die beste Lösung.
Ist der Besitzer nicht zu eruieren und Sie würden die Katze gerne behalten, kann meistens mit dem Tierheim ein Abkommen getroffen werden, dass Sie ihr nach Ablauf der üblichen Wartefrist eine Heimat bieten dürfen. (Christine Klinka)


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