Freilauf oder Wohnungshaltung? | GELIEBTE KATZE Magazin

Freilauf oder Wohnungshaltung?

Die Möglichkeit für Katzen, in die Natur hinaus zukommen, macht sie angeblich zufriedener. Eine Umfrage unter Haltern von insgesamt 500 Katzenpaaren hat interessante Ergebnisse darüber geliefert, wie die Haltungsbedingungen das Verhalten der Tiere insgesamt beeinflussen. Erfahren Sie hier die Ergebnisse.
 
Freilauf oder Wohnungshaltung für die Katze? © animals-digital.de
Beeinflussen die Haltungsbedingungen das Verhalten von Katzen?
So weiß man zwar nicht warum, aber tatsächlich scheinen Katzen, die einen gesichertem Freilauf bekommen, ihrem Halter tendenziell mehr zugetan zu sein, als reine Wohnungskatzen oder Streuner. 

Es zeigten sich vor allem Unterschiede zwischen Freilauf und reiner Wohnungshaltung, wobei nicht übersehen werden darf, dass in der Wohnungs-Gruppe weitaus mehr Rassekatzen erfasst wurden, als in der Freilaufgruppe. Und dass auch Rassekatzen tendenziell verschmuster sind (allein schon aufgrund ihrer liebevollen Aufzucht), muss man ebenfalls bedenken.

Wohnungskatzen rücken zusammen

Insgesamt zeigen sich die meisten Katzen sehr verschmust. Das reine Wohungskatzen dabei ganz besonders an ihrem Besitzer hängen, erweist sich allerdings als Trugschluss. Besonders verschmusst sind nämlich die Tiere, die einen gesicherten Freilauf genießen dürfen. Erst dann folgen die Wohnungskatzen und schließlich die Freilauftiere.

Weitere auffällige Ergebnisse der Umfrage: Es dürfen 5,5 Prozent mehr Weibchen hinaus als Kater; Freilauftiere werden 1,8 Prozent weniger häufig kastriert als Wohnungstiere. Das zeigt sich auch in der Tatsache, dass Mutter-Kind-Paare bei Freilaufkatzen zu 7,4 Prozent häufiger vorkommen als bei Wohnungstieren. Man könnte auch annehmen, dass unter den Rassekatzen in der Wohnung viele Zuchtkatzen mit ihren Jungen sein sollten. Aber nein: Die Freilauftiere vermehren sich stärker - sie haben eher die Möglichkeit, auf eigene Faust einen Partner zu suchen.

Beim Thema Streiten fanden sich keine Unterschiede zwischen Tieren mit Freilauf oder in Wohnungshaltung. Dafür jedoch bei der Frage, ob die beiden Katzen gerne miteinander kuscheln: Das tun die Freilauftiere nicht so gern, nämlich mit 22,8 Prozent immerhin 13,4 Prozent weniger als bei den eingesperrten Katzen.  30,7 Prozent der Rumtreiber schmusen nach Angaben der Besitzer nie miteinander. Die Katzen mit gesichertem Garten liegen in der Mitte dieser Werte. So zeigt sich also, dass die reine Wohnungshaltung den Frieden unter Katzen deutlich beeinflusst. Das wäre eigentlich ideal – wenn da nicht noch der Wunsch des Halters wäre, dass seine Miezen auch mit ihm selbst schmusen. Und hier sind die Katzenzaun-Könige eifriger und das sogar im Doppelpack, also nicht nur eine der beiden. Es sieht so aus, dass die Zeit, die die eine der Katzen draußen verbringt, von der anderen eifrig genutzt wird, sich an den Halter heranzupirschen, um dort unbemerkt vom Konkurrenten ein paar Streicheleinheiten einzuheimsen.

Freies Leben vor allem bei Familien

Ferner fällt auf, dass Freilauftiere öfter als Wohnungstiere in Familien mit Kindern (plus 12 Prozent), Hunden (plus 5,4 Prozent) und Kleintieren (plus 12 Prozent mehr) gehalten werden. Die Verträglichkeit der Katzen mit allen im Haushalt Lebenden ist mit über 96 Prozent allgemein gut.

Probleme?

76,6 Prozent der Wohnungskatzen leben problemlos zusammen (78,7 Prozent Freilauftiere; 74,8 Prozent sicherer Freilauf). Freilaufkatzen haben die gleichen Probleme wie andere (zu scheu 3,8 Prozent, markiert 3,8 Prozent, Fress- und Gewichtsprobleme 2,3 Prozent, Krankheit 1,9 Prozent) plus zu 1,7 Prozent Zahnprobleme. Und Tiere mit gesichertem Freilauf markieren am wenigsten. (Isabella Lauer)
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