Freigehege für Katzen | GELIEBTE KATZE Magazin

Freigehege für Katzen

Ein Freigehege für die Katze ist eine tolle Sache, aber die Umsetzung des Vorhabens scheitert oft an der Tücke des Gesetzes oder dem Widerstand der Nachbarn. Bevor Sie also Ihr Geld in den nächsten Baumarkt tragen, sollten Sie sich umfassend informiere
 
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Ein Freigehege für Katzen?
Auch der Nachbar hat ein Wörtchen mitzureden, da Freigehege meist nur mit seiner Einwilligung direkt an seine Grundgrenze anschließen dürfen; andernfalls ist ein gesetzlich vorgeschriebener Mindestabstand einzuhalten. Auch eine Überdachung ist fast immer genehmigungspflichtig – aber unverzichtbar, denn die Katzen-Oase muss komplett (auch oben) geschlossen sein: Unterschätzen Sie weder ihre Motivation noch ihre akrobatischen Fähigkeiten, die zur Höchstform auflaufen, wenn es darum geht, das Gehege unerlaubt zu verlassen!

Unumgänglich ist in der Regel,

  • dass die Katze jederzeit freien Zugang ins Haus haben muss, aber häufig trotzdem ein frostsicheres und beheizbares (!) Katzenhaus gefordert wird;
  • dass die Einrichtung des Geheges generell den tierschutzrechtlichen Ansprüchen genügen muss.
Der einfachste bzw. beste Platz ist sicherlich direkt ans Haus angrenzend, sodass Die Katze durch ein stets geöffnetes Fenster/Katzenklappe kommen und gehen kann, wie es ihr gefällt. Achten Sie aber darauf, dass keine Kippfenster erreichbar sind bzw. sorgen Sie mit einem Kippfensterschutz vor.

Gut gerüstet

Hinsichtlich der Ausstattung sind natürlich weder Ihrer Großzügigkeit noch Ihrer Phantasie Grenzen gesetzt, aber bedenken Sie, dass ein millimeterkurz abgebissener Rasen lange nicht so unterhaltsam ist wie ein naturbelassenes Gartenstück zum Verstecken, Anschleichen und Austoben. Katzenfreundlich sind schattenspendende Sträucher oder ein hohler Baumstamm (der auch zum Krallenschärfen benutzt werden kann), Ziergräser, wohlschmeckende Kräuter, Waschbeton- oder Naturstein-Inseln auf der Sonnenseite bzw. zum Haus, damit die Katze bei einem Regenschauer trocken bleibt. Natürlich dürfen Sie auch einen Baum opfern und kletter- und wohntauglich zurechtstutzen. Oder Sie bringen an einem großen Baum, um dessen Äste herum Sie nahtlos das Gehegedach gebaut haben, ein, zwei Liegemöglichkeiten an.

Tipp

Eine Wasserschale aus Ton zum Kühlen und ein Streukasten im Gehege können nicht schaden. Verzichten Sie aber auf feinkörnige Einstreu, sonst trägt Ihr Tiger den Sand bis ins Bett. Ein Schmutzfänger im Haus am Katzeneingang leistet nicht nur deshalb gleichfalls gute Dienste. Und: Parasiten-Prophylaxe ist obligat, denn Ungeziefer findet immer einen Weg.

Gegessen wird zu Hause

Reichen Sie die Mahlzeiten immer nur im Haus wie gewöhnlich, um zu verhindern, dass der Futternapf zur Ameisenburg wird, Fliegen ihre Eier hineinlegen bzw. Mäuse oder Igel angelockt werden. Letztere sind übrigens wahre Floh-Hotels! Die ungebetenen Gäste finden dann auch schon mal den Weg ins Innere. Zudem ist die Abendmahlzeit eine gute Gelegenheit, die Tür bis zum nächsten Morgen geschlossen zu halten. Eine Ausnahme gilt, wenn das Gehege nicht nur aus-, sondern auch einbruchsicher ist und Sie nichts dagegen haben, dass Ihre Mieze auch nachts draußen bleibt. Sollten Sie freilich mit ablehnenden Nachbarn gesegnet sein (Vorsicht: Giftköder!), sollten Sie der Katze sicherheitshalber den Ausgang verwehren, wenn sie ohne Aufsicht ist.

Experiment Natur

Ein Biotop ist Vergnügen pur, aber in einem Freigehege/Katzengarten nicht optimal: Ist es zu tief, könnte die Katze darin ertrinken; ist es flach, werden die Fische nicht lange leben. Zudem sind stehende Gewässer eine Brutstätte für Infektionen, wie z. B. Giardien, die im Dünndarm parasitieren. Ungefährlicher sind große Untersetzer für Kübelpflanzen; die gibt es mit einem Durchmesser bis zu etwa 50/60 Zentimetern, ein Kinderplanschbecken oder Ähnliches. Schwimmende Gegenstände, etwa ein Tischtennisball oder einfach ein Blatt, sorgen für Spielspaß.

Sparmeister

Wer nun denkt, die Einzäunung war schon teuer genug, also müssten nackter Beton und ein paar Kübelpflanzen doch genügen, der bietet seiner Katze zwar nicht den tollsten Lebensraum, aber doch ein bisschen Freiheit. Was das Tier aber auf jeden Fall braucht, sind ein schattiger Unterschlupf, ein Wassernapf und ein Kistchen mit Katzenstreu. Sie können ja nach und nach für zusätzliche Ausstattungsstücke sorgen und so aus dem Unterschlupf doch noch ein kleines Samtpfoten-Paradies machen. (Christine Klinka)

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