Balkonien für Katzen | GELIEBTE KATZE Magazin

Balkonien für Katzen

Während Terrassen häufig nur sehr schwer abgesichert werden können, vor allem, wenn sie bis zum Himmel offen sind, ist das bei einem Balkon deutlich einfacher.
 
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Darf die Katze Balkonien genießen?
Selbst unter den gleichen Bedingungen, weil Netze oder Gitter „ganz oben" weniger einsehbar sind und daher seltener zum Stein des Anstoßes werden, falls sich zum Beispiel der Vermieter querstellt. In jedem Fall gilt: Zuverlässiger Schutz ist oberstes Gebot! Um das kleine Glück absturzfrei gestalten zu können, müssen Sie bei Miet- wie Eigentumswohnungen die Zustimmung des Vermieters bzw. der Eigentümergemeinschaft einholen. Sind bereits andere Balkone in gleicher Weise „verbaut“, dürfte das keine Schwierigkeit sein – es sei denn, es handelt sich um die Fassade, denn die optische „Verschandelung“ der Schmuckseite eines Hauses könnte durchaus auf wenig Gegenliebe stoßen.

Friedensangebot

Fällt die Zustimmung eher halbherzig aus oder der Balkon ist nur nach vorne offen, kann ein zwei-/dreiteiliges Metallschiebegitter mit Riegel durch (blühende?) Kletterpflanzen verdeckt werden. Die klettern freilich kaum über Nacht, also können Blumenkästen oder Töpfe die Wachstumsperiode überbrücken. Bleibt der mittlere Teil unbegrünt bzw. (verlässlich!) nur offen, wenn Mieze nicht raus kann, haben Sie noch genügend Lichteinfall und müssen sich nicht im Urwald wähnen.

Insel hinter Gittern

Ist ein Netz oder Gitter genehmigt, aber Sie möchten sich nicht selber „einsperren“, lässt sich vielleicht ein Teilbereich abgrenzen; damit haben Sie eine Voliere, die oben geschlossen ist. Gleichfalls durch Kletterpflanzen verdeckt, würde der Katze zwar als Zugang ein Fenster genügen, aber wenn Sie zum Blumengießen rein müssen, wird es ein wenig kompliziert. Also sollte ein Türchen zum „Menschenbereich“ eingeplant werden.

Trick 17

Bei Ablehnung können Sie, der Not gehorchend, ein abnehmbares Netz wählen, das erst nach Anbruch der Dunkelheit eingehängt wird und dann so gut wie nicht zu sehen ist (besonders in Schwarz oder Grau). Die dafür erforderlichen Dübel dürften den Vermieter nicht stören, außerdem können Sie tagsüber ein paar Blumenampeln dranhängen. Achten Sie aber darauf, dass das Netz auf allen Seiten wirklich ausbruchsicher fixiert ist – und ebenso, wie die Katze damit umgeht: Kletterfreudige wagen auch Klimmzüge, also muss es oben geschlossen und/oder eventuell schräg zur Hauswand gezogen werden. Mieze wird die auf die Nacht beschränkten Exkursionen jedenfalls besser finden als gar keine.

Es grünt so grün …

Darf die Katze Balkonien aber uneingeschränkt genießen, stellt sich die Frage, was in der Mini-Idylle wachsen und blühen soll – erkunden Sie vorher bitte ausführlich danach, ob die Pflanzen katzentauglich im Sinne von ungiftig sind. Schützen Sie die Erde Ihrer Kübelpflanzen mit einem Maschendraht und schaufeln Zierkies darüber – nicht direkt auf die Erde, denn dies würde sie luftdicht abdecken und zum Schimmeln bringen). Mischen Sie den Zierkies mit größeren Steinen, weil die kleinen Dinger einen recht hohen Unterhaltungswert für Samtpfoten haben … Verwenden Sie ausschließlich Bio-Dünger und nur natürliche Spritzmittel. Trotzdem sollten Sie darauf achten, dass die Katze nicht damit in Berührung kommt. Auch dürfen Sie niemals Pflanzen spritzen, an denen sie gerne knabbert. Mehr Platz heißt natürlich auch mehr Wiese: Eine große Wanne mit Rasenziegeln ausgelegt (gießen nicht vergessen) wird in der Regel länger leben als ausgesäter Rasen, jedenfalls wenn Mieze auch gern drauf schläft und vielleicht ein ziemliches Gewicht auf die Waage bringt. Da kann einfach nichts wachsen ... Besser sind zwei Wannen, die alternativ zur Verfügung gestellt werden.

Alternativen zum Balkon

Sollte keine dieser Ideen realisierbar sein bzw. Sie finden das alles viel zu teuer oder aufwendig – nehmen Sie Ihre Mieze bitte NIEMALS an der Leine mit auf den Balkon bzw. die Terrasse. Sie permanent mit Argusaugen zu überwachen ist gar nicht möglich, und Ihre Katze empfindet es sicherlich als wenig lustig, wenn sie etwa bloß unterm Sessel liegen darf. Bei etwas mehr Bewegungsfreiheit würde sie sich aber entweder ständig in der Leine verheddern. Oder sie wagt einen Sprung auf bzw. über die Brüstung, stranguliert sich oder rutscht aufgrund ihres Gewichtes aus dem Geschirr und segelt talwärts! Die Lösung heißt: rigoroses Balkon-Verbot, ein Netz-/Fliegengitter-Einsatz für die Balkontür und mehrere gesicherte Fensterplätze, die auch ein gefahrloses Lüften ermöglichen. Erhöhte Schlafplätze, etwa auf dem Kratzbaum, in der Nähe erlauben einen Ausguck und die Möglichkeit zum Luft-und-Sonne-Tanken. Und falls Sie noch eine Privatwiese in Form eines Blumenkastens spendieren können, ist das eine gute Alternative. (Christine Klinka)

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