Was macht gute Katzenernährung aus? | GELIEBTE KATZE Magazin
Ernährung

Was macht gute Katzenernährung aus?

Wie gesundes Katzenfutter beschaffen sein soll, darüber gibt es die verschiedensten Theorien. Dementsprechend unterscheidet es sich oft deutlich, was letzten Endes in einem Futternapf landet. Mittlerweile gibt es sogar zunehmend Haustierbesitzer, die ihre vierbeinigen Lieblinge vegetarisch ernähren, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren und so die Umwelt zu schonen.
 
Was macht gute Katzenernährung aus? © Alexas_Fotos (CCO-Lizenz) / pixabay.com
Katzen sind trotz ihres Eigensinns durchaus treue Freunde. Katzenhalter geben dies gern durch gutes Futter und viel Zuneigung zurück.
Doch was benötigen speziell Katzen wirklich und welche Ernährung macht die Tiere auf Dauer sogar krank? Ein Test der Stiftung Warentest ergab, wie der Focus berichtet, dass selbst Katzenfutter namhafter Marken zu hohe Mengen an bestimmten Stoffen enthalten und so langfristig der Gesundheit von Tieren schaden kann. Umso wichtiger ist es, als Haustierbesitzer selbst abschätzen zu können, mit welcher Ernährung man seiner Katze einen Gefallen tut und auf was man lieber verzichten sollte. 

Welche Nährstoffe braucht eine Katze wirklich?

Katzen sind Fleischfresser. Aus diesem Grund halten Experten von vegetarischer oder gar veganer Nahrung für die Vierbeiner wenig, wie die taz berichtet. Diese gelingt allenfalls, wenn das Futter um Inhaltsstoffe wie Magnesium und Taurin ergänzt wird. Dabei ist allerdings eine genau abgestimmte Dosierung notwendig, die idealerweise von einem Facharzt vorgenommen werden müsste. Wer seinen Haustieren kein Fleisch verfüttern möchte, sollte also von der Katzenhaltung lieber Abstand nehmen.

Idealerweise enthält Nassfutter für Katzen genau die Nährstoffe, die der Vierbeiner benötigt, in der richtigen Zusammensetzung. 80 Prozent davon sind Wasser. Der Rest setzt sich zusammen aus:
  • 35 Prozent Eiweiß
  • Zehn bis fünfzehn Prozent Fett
  • Vitamine
  • Ballaststoffe
  • Mineralstoffe
Wichtig ist unter anderem der richtige Gehalt an Kalzium und Phosphor. Beides ist entscheidend für einen gesunden Knochenbau. Ist allerdings zu viel davon im Katzenfutter enthalten, kann dies zum Beispiel bei Phosphor zu lebensbedrohlichen Nierenschäden führen. Gerade diese Gefahr besteht nach dem bereits erwähnten Test der Stiftung Warentest bei vielen im Handel erhältlichen Futtersorten.

Auf der anderen Seite muss das Tier in der Lage sein, die benötigten Nährstoffe aufzunehmen. Ältere Katzen brauchen unter Umständen Zusatzprodukte, um eine ausreichende Versorgung mit Kalzium zu gewährleisten. In dieser Hinsicht ist es zentral, regelmäßige tierärztliche Untersuchungen durchführen zu lassen.

BARFen als Trend – sinnvoll oder unnötig?

Das sogenannte „BARFen“ bezeichnet eine spezielle Ernährungsweise für Hunde und Katzen, die in den letzten Jahren eine zunehmende Bedeutung für viele Haustierbesitzer erlangte. Darunter wird eine „biologisch artgerechte Fütterung“ (BARF) verstanden, die eine Alternative zu im Handel erhältlichem Dosenfutter darstellen soll.

Beim BARFen werden rohes Fleisch, Innereien, Knorpel und Knochen verfüttert. Ergänzt wird dies durch die Zugabe von Gemüse, Obst, Nüssen oder auch Ölen und Kräutern. Befürworter von BARF argumentieren damit, dass diese Ernährungsweise früher, vor dem Aufkommen von industriell hergestelltem Fertigfutter gang und gäbe gewesen sei. Durch sie ließen sich unter anderem schädliche Folgeerscheinungen von falsch zusammengesetztem Dosenfutter vermeiden. Die Tierärztin Hanna Stephan liefert auf Ihrem Blog katzen-richtig-barfen.de alles Wissenswerte über BARF für Katzen.

BARFer kümmern sich laut einer Haustierhalter-Typenbeschreibung auf Bild.de sehr intensiv um das Futter für ihre Vierbeiner. Die Hersteller halten mit der Gefahr eines Nährstoffmangels entgegen. 
Generell lassen sich Argumente für und gegen das BARFen bei Katzen folgendermaßen zusammenfassen:

Positiv
  • Katzenbesitzer wissen beim BARFen genau, was in der Nahrung enthalten ist
  • Das Futter ist unbearbeitet und lässt sich besser rationieren
  • BARFen beugt dem Entstehen von Allergien vor
  • Das Futter ist schmackhaft für die Tiere
  • Es enthält keine unerwünschten Zusatzprodukte

Negativ
  • Es besteht die Gefahr einer Fehlversorgung (zum Beispiel einer Unter- oder Überversorgung mit bestimmten Nährstoffen)
  • Durch die Fütterung von Knochen kann es zu Verletzungen kommen
  • Rohes Fleisch kann mit Keimen befallen sein. Schwangere oder andere besonders gefährdete Personen sollten deshalb auf den Umgang damit möglichst verzichten.

Wer sich für das BARFen entscheidet, sollte sich in jedem Fall ausgiebig mit dem Nährstoffbedarf seines Stubentigers auseinandersetzen. Viele Tierarztpraxen bieten mittlerweile Haustierbesitzern ihre Hilfe bei der Zusammenstellung des Futters an. So sind die Chancen höher, dass Katzen auch wirklich von einer solchen alternativen Fütterung profitieren. 

Was Katzenfreund sonst noch beachten sollten

Die richtige Ernährung von Katzen ist eine Wissenschaft für sich. Wer wirklich alles richtig machen möchte, kauft sich am besten einen ausgiebigen Ratgeber. Ein paar grundlegende Ratschläge sollten Katzenbesitzer unabhängig von den bereits erwähnten Punkten beachten:
  • Wer seiner Katze Trockenfutter gibt, sollte auf keinen Fall auf einen zusätzlichen Napf mit Wasser verzichten. Denn wie der Name bereits andeutet, enthält diese Form von Nahrung deutlich weniger Flüssigkeit als Nassfutter.
  • Trockenfutter ist von der natürlichen Nahrung von Katzen weit entfernt. Es kann sich aber vorteilhaft auf den Kauapparat der Tiere auswirken, wenn diese ab und an damit gefüttert werden. 
  • Mit dem Verfüttern von Resten an ihr Haustier sollten Katzenbesitzer lieber vorsichtig sein. Das gilt auch für Milch. Diese stößt zwar auf viel Gegenliebe bei Katzen, führt allerdings schnell zu Verdauungsstörungen.
  • Junge Katzen benötigen ein spezielles Futter, nachdem sie beginnen, von der Muttermilch umzusteigen (im Regelfall nach etwa vier Wochen). Ein ständiger Zugang zu Nahrung ist für sie besonders wichtig, da ihr Magen sehr schnell wächst.
  • Auch für Katzen, die älter als zehn Jahre sind, bietet sich spezielles Futter für „Senioren“ an. Denn der Bedarf an Nährstoffen ändert sich bei den Tieren im Alter.
Reagieren sollten Katzenhalter, wenn Ihr Haustier plötzlich nicht mehr frisst. Dann sollte mit dem Gang zum Tierarzt nicht zu lange gewartet werden, um schwere Krankheiten rechtzeitig zu entdecken.

Nahrung ist zentral für das Wohlbefinden

Auch wir Menschen kennen den positiven Effekt von gutem Essen. Katzen geht es ähnlich. Eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen und schmackhaftes Futter sorgt dafür, dass die Tiere sich wohlfühlen, und beugt Krankheiten vor. Damit hat sie auch positive Auswirkungen auf den Halter. Schließlich möchte wohl jeder Katzenbesitzer am liebsten eine gut gelaunte und gesunde Katze sein eigen nennen.

Ein Zuviel sollte man jedoch auch vermeiden. Wie bei Menschen ist Übergewicht auch bei Katzen nicht gesund und wie manche Zweibeiner tendieren auch manche Vierbeiner dazu, es beim Essen zu übertreiben. Da ist es durchaus legitim, wenn Herrchen Grenzen setzt.


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