Was ist Barfen? | GELIEBTE KATZE Magazin
Ernährung

Was ist Barfen?

Mit „Barf" wird eine in den USA ursprünglich für Hunde entwickelte Ernährungsstrategie bezeichnet, die sich an den Gewohnheiten wild lebender Verwandter orientiert.
 
Rohfütterung, auch BARF genannt © Foto: fooddesign / Fotolia
Beim Barfen wird ausschließlich rohes Fleisch gefüttert
Sie gilt zurzeit als die „artgerechte" Ernährung an sich, ist so neu aber auch wieder nicht, weil die Erfindung des Fertigfutters erst rund 30 Jahre zurückliegt. Worin liegt nun der Unterschied zum Selbstgemachten?
Der Unterschied zwischen beiden Methoden ist schnell erklärt: Selbstgemacht heißt in der Regel, dass Gekochtes (Fleisch etc.) angeboten wird, während beim Barfen wird ausschließlich Rohes gefüttert wird, beides jeweils angereichert mit Nährstoffen. Der in Vergessenheit geratene Mittelweg wäre, beides zu mischen oder abzuwechseln. In allen Fällen unterliegt die Zusammensetzung Ihrer eigenen Verantwortung. Wofür Sie sich entscheiden, bleibt natürlich Ihrem (und Miezes) Geschmack überlassen. 
Viele Katzenbesitzer lehnen industriell hergestelltes Futter grundsätzlich ab, andere suchen nach Alternativen, weil ihre Katze allergisch darauf reagiert oder es einfach nicht fressen mag, und kochen selbst. Viele Jahre herrschte die Meinung vor, Rohes sei ungesund, weil es zahlreiche Gefahren berge. Das verunsicherte viele Katzenhalter. Doch mit dem neuen Trend des Barfens ist die Diskussion wieder aufgeflammt.


Rohfütterung / BARF

Das Kürzel „BARF“ stand zunächst für „Born Again Raw Feeders“, wurde dann in „Bones And Raw Foods“ umgetauft und wird hierzulande als „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“ bekannt gemacht. Die Industrie zieht langsam nach, sodass Sie in Fachgeschäften (auch via Internet) die Wahl haben zwischen gefrostetem Muskelfleisch oder Rinderherz über Kaninchen und Fisch bis hin zur „Hardcore“-Ware, nämlich tiefgefrorene Mäuse oder Eintagsküken.


Beikost & Mineralstoffe

In jedem Fall müssen dem Frischen bei Alleinfütterung z. B. ein Teil Reis und zwei Teile Gemüse (maximal ein Drittel der Gesamtmenge, siehe Grundrezept Selbstgemachtes) zugefügt werden, denn zur Aufrechterhaltung der Stoffwechselfunktionen fehlt ja der Darminhalt der „natürlichen Beute“. Außerdem müssen Mineralstoffe und Vitamine zugesetzt werden; Art und Menge sind abhängig vom Wachstum, von der körperlichen Aktivität, der Körpermasse, dem Alter und dem Gesundheitszustand der Katze.


Nährstoffbestandteile

Folgende Bestandteile muss die Nahrung einer Katze aufweisen:
  • Ballaststoffe (Gemüse) werden zwar unverdaut wieder ausgeschieden, sind aber unerlässlich für die Verdauung.
  • Kohlenhydrate (also Stärke, enthalten in Getreide, Reis Kartoffeln) in gekochtem Zustand. Katzen brauchen allerdings nur sehr wenig davon.
  • Tierisches Fett ist ein wichtiger Energielieferant und außerdem zur Verwertung fettlöslicher Vitamine notwendig. Eine Katze braucht zwischen sieben und zwölf Prozent Fett täglich. Pflanzenöle können den Bedarf an essenziellen Fettsäuren nicht decken und sollten nur in Kombination gegeben werden.
  • Tierisches Eiweiß (Proteine) ist unentbehrlich für die Bildung und Erhaltung der Körpersubstanz. Katzen benötigen vergleichsweise ungewöhnlich viel Eiweiß, das hochwertig sein und ausreichend essenzielle Aminosäuren enthalten muss (Muskelfleisch, Fisch, Innereien, Eier, Milch und Milchprodukte).
  • Vitamine sind lebenswichtige organische Verbindungen. Vermeiden Sie ein Überangebot an fettlöslichen Vitaminen (A/D/E/K), weil es, in der Leber gespeichert, zu Vergiftungserscheinungen kommen kann. Wasserlösliche Vitamine hingegen (B-Komplex, C) werden mit den Harn ausgeschieden und müssen frisch zugesetzt werden, weil sie im Gegensatz zu den fettlöslichen auch nicht hitzebeständig sind. Vitamin C wird in Eigensynthese hergestellt und muss in der Regel nur bei kranken Tieren gegeben werden.
  • Mineralstoffe sind enorm wichtig für Knochen, Zähne, Muskeln und Blut.
Wesentlich ist dabei die Versorgung mit Calcium (Ca) und Kochsalz (NaCl – Bedarf ca. 1g/100g Futter). Außerdem muss auf ein ausgewogenes Verhältnis von Calcium zu Phosphor (P) geachtet werden – ein Ca-P-Verhältnis von 0,9 : 1 gilt als optimal. Bei reiner Fleischfütterung verschiebt sich dieses Verhältnis zugunsten von Phosphor und muss ausgeglichen werden, um irreversible Skelettveränderungen zu vermeiden. Beispiel: 100 g mittelfettes Rindfleisch enthalten 12 mg Calcium und 208 mg Phosphor; das entspricht einem Verhältnis von 0,9 : 16,2.
Wer nun nicht ständig mit Waage und Rechenstift hantieren will, greift am besten auf bewährte Vitamin-Mineralstoff-Mischungen zurück. Auch der Tierarzt kann Sie beraten. (Christine Klinka)


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