Katzen-Fütterungsregeln auf dem Prüfstand | GELIEBTE KATZE Magazin
Ernährung

Katzen-Fütterungsregeln auf dem Prüfstand

Genau genommen könnte man sagen: So viele Katzenbesitzer, so viele Meinungen. Jeder hat im Laufe der Zeit eigene Erfahrungen gesammelt, die teilweise unterschiedlicher nicht sein können. Hier ein kleiner Überblick.
 
Fütterungsregeln für Katzen © Ginasmith / Fotolia
Katzen sind keine Vegetarier!
Spätestens im Alter machen sich Fehlentscheidungen bei der Fütterung bemerkbar, und auch die Lebenserwartung hängt in erheblichem Maße von der richtigen Ernährung ab.


Hunger ist der beste Koch – aber nicht bei Katzen

Der Spruch ist allenfalls bei Selbstversorgern zutreffend, denn bei ihnen ist Schmalhans Küchenmeister. Doch gesünder werden die armen Schlucker dadurch nicht, weil die Reserven angegriffen werden, und das kann im wahrsten Sinne des Wortes an die Nieren gehen – unter anderem. Heimatlose Streuner werden auch aus diesem Grund zumeist nicht mal halb so alt wie unsere Stubentiger. Das gilt ebenso für den berühmten „einen Hungertag pro Woche“ – der eigentlich für Hunde „erfunden“ wurde und bei einer Katze gar nichts bringt. Schon gar nicht, wenn sie zu dick ist (siehe „ Schlanke Katzen leben länger “). Wenn Sie also das Futter bis zur Unkenntlichkeit auf dem Teller vergammeln lassen zum Zwecke der Erziehung und damit Mieze nicht heikel wird, dann führt das postwendend in die Frustration (aller Beteiligten), denn die Katze hat a) die besseren Nerven, könnte b) das Vertrocknete mitten aufs Bett erbrechen oder c) sich etwas anderes ausdenken, um ihr Missvergnügen abzureagieren. Das wird Ihnen sicher noch weniger gefallen. Also bitte nicht Kräfte messen, sondern bei kompletter Verweigerung nachgeben – schließlich kann das Futter durchaus was Unverträgliches enthalten, von dem Sie gar nichts wissen, oder es riecht oder schmeckt für die Katze eben ekelig. Doch wenn sie auch das frische Futter stehenlässt, sollten Sie umgehend den Tierarzt aufsuchen, denn mangelnder Appetit ist häufig ein Vorbote von Krankheiten , und Fasten oder Abmagerung kann schnell lebensbedrohlich werden.


Wie oft füttern?

Eine Mahlzeit pro Tag – dieser Grundsatz kommt gleichfalls aus der Hundehaltung und hat in der Katzenernährung nichts verloren. Hunde sind in der Regel „Schlinger“: Sie können auf Vorrat fressen und da schon mal zu viel erwischen. Um das wieder einzuregulieren, ist ein Hungertag gelegentlich angebracht. Katzen aber sind langsame Esser (und brauchen Ruhe dabei!), auch wenn sie Leckereien „einsaugen“ können, und sie nehmen aufgrund ihres natürlichen Beuteverhaltens mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag zu sich. Daran hat sich auch nicht viel geändert, seit sie unsere Sofas zieren. Deshalb sollten Sie ihre Katze mindestens zweimal täglich füttern und auch eine kleine Nachtmahlzeit reichen, um den Stoffwechsel im Lot zu halten – selbst wenn ihr Umfang eher Abspeckmaßnahmen erforderlich machen würde. In diesem Fall geht es nicht um das „Wie viel“, sondern um das „Was“.


Noch ein paar Regeln, die häufig die Runde machen, aber recht kontrovers ausgelegt werden können:

  • "Rohes ist ungesund." Wer immer sich das ausgedacht hat: Nein! Oder kennen Sie eine Katze, die ihre Mäuse kocht? Siehe auch „ Barfen “.
  • "Innerhalb einer Gruppe muss jeder selber sehen, wo er bleibt." Stört es Sie nicht, dass die eine oder andere zu kurz kommt? Hoffentlich ist das nicht Ihre Einstellung! Nehmen Sie Rücksicht auf die Rangordnung und servieren Einzelnen extra. Nur daneben stehen zu bleiben und darauf zu achten, dass alle was kriegen, bringt meist nichts, da die Rangniedersten häufig erst erscheinen, wenn die anderen längst weg sind – und auch das Futter.
  • "Hauptsache, es schmeckt!" Ja und nein. Wenn eine Katze immer nur ihr Lieblingsfutter bekommt, wird es ihr irgendwann zum Hals heraushängen. Und dann stehen Sie vermutlich beide ratlos vor dem Napf mit dem neuen Futter, denn Ihre Katze erwartet von Ihnen die Quadratur des Kreises: Bekanntes, nur anders ... Sollte es sich dabei vorher auch noch um Fischmahlzeiten gehandelt haben, sind nicht nur Ihre Karten schlecht, sondern die der Katze genauso: Zu viel Fisch begünstigt Mangelerscheinungen, zu viel Thunfisch die Gelbfettkrankheit;
  • "Vegetarische Ernährung kann man durch Zusatzstoffe etc. ausgleichen." Nein, das ist Tierquälerei pur! Der Organismus einer Katze ist auf Fleischnahrung aufgebaut, weil sie im Unterschied zu uns oder Hunden kein Allesfresser ist. Wenn Sie Vegetarier oder Veganer sind und sich nicht „überwinden“ können, sollten Sie keine Katze haben.

(Christine Klinka)
 

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