Fütterung von Freilaufkatzen | GELIEBTE KATZE Magazin
Ernährung

Fütterung von Freilaufkatzen

Die meisten Katzen lieben es, draußen umherzustreifen, und wenn wir in einem „sicheren" Umfeld wohnen, verwehren wir ihnen das ungern. Voraussetzung ist, dass wir mit dem ständigen Gefühl einer gewissen Unsicherheit leben können.
 
Fütterung von Freilauf-Katzen © Foto: Jaren Wicklund / Fotolia
Freilaufkatzen suchen sich häufig bei verschiedenen Personen ihr Futter
Andere Katzenfreunde wiederum haben keine eigenen Samtpfoten, werden aber von fremden besucht – zum Beispiel der Küche wegen ... Ob es sich nun um die eigene Katze handelt oder um eine, die ihr Zuhause weniger toll findet und sich Futterspenden abholt (und manchmal einen Umzug erwägt), um einen Streuner ohne Heimat (oft mit ähnlichen Ambitionen) oder eine „Wochenendkatze“, angeschafft zur Belustigung während der Ferientage und gnadenlos ihrem Schicksal überlassen, wenn’s wieder zurück in den Alltag geht: Bei Freigängern stehen Sicherheit und Überleben im Vordergrund, und erst dann kommt die Ernährung.


Drei wichtige Tipps

Erstens: Lassen Sie Ihre Katze bitte NUR (!!) kastriert  frei laufen! Sie werden maximal beim ersten Mal Freude haben, wenn Ihre Kätzin trächtig nach Hause kommt. Viel zu oft wird potenten Freigängern ihr Liebesleben zum Verhängnis, und sie landen auf der Straße oder unterm Auto. Aber auch die Besitzer von Katern tragen Verantwortung. Die Einstellung „Sollen sich die anderen kümmern, ich hab’ einen Kater“ zeichnet nur gewissenlose Menschen aus. Die Flut ungewollten Nachwuchses trägt zum Elend der Katzen und zur Überfüllung der Tierheime bei.

Zweitens: Korrekter Impfschutz , Parasitenschutz und regelmäßiges Entwurmen sind Pflicht für Freigänger – nicht nur, wenn Sie kleine Kinder im Haus haben, sondern IMMER.

Drittens: Ein Halsband mit Ihrem Namen und der Telefonnummer unterscheidet die Familien-Mieze vom heimatlosen Streuner. Allerdings birgt es die Gefahr, dass die Katze (z.B. an einem Zaun) hängen bleibt. Sicherer ist es, die Katze chippen zu lassen.


Speisezettel für Wanderfreudige

Das oberstes Gebot lautet: Qualität geht vor Quantität, weil das Revier einer Freilaufkatze ziemlich groß sein kann und sie extrem viel Energie verbraucht, auch wenn ihr das Jagdglück hold ist. Manche Katzen sind Wandervögel und sehen trotz exzellentem Futterangebot im Sommer im Vergleich zu den anderen beinahe aus wie Hungerharken, obwohl sie fest und kompakt sind und kaum Gewicht verlieren – alles Muskelmasse! In schneereichen Wintern reduziert sich der Aktionsradius, und dann setzen sie Fett an, das im Frühjahr wieder verschwindet. Sie müssen sich also hier keine Sorgen machen.
Je nach Angebot und Beschaffenheit der Beute (die Mäuse sind heute oft auch nicht mehr so bekömmlich wie früher) bestimmt eine Freigängerin aber instinktiv selbst, was sie „braucht“, um gesund und fit zu bleiben. Also ist es möglich, das
  • entweder Dosenfutter ablehnt oder bevorzugt, was häufig jahreszeitlich bedingt variieren kann, oder
  • Bedarf an „Ausgleichendem“ hat, zum Beispiel, um die Verdauung im Lot zu halten oder einen eventuellen Mangel zu beheben – siehe „Gesunde Zusätze“ im Kapitel „Wohnungskatzen“.
Nicht zuletzt um sie ans Haus zu binden, sollten wir dies berücksichtigen und ihr außerdem entweder stets Zugang zu hochwertigem Futter gewähren, wozu sich Trockenfutter beziehungsweise ein Futterautomat für Feuchtes/Frisches gut eignet, oder sie darauf trainieren, halbwegs pünktlich zu den Mahlzeiten auf der Matte zu stehen.


Um sechs bist Du zu Hause ...

Zugegeben, das funktioniert nicht immer, zumal einige durchaus schon mal die Haushalte in der Nachbarschaft nach Alternativangeboten abgrasen, wenn der heimische Napf leer ist. Das könnte jedoch auch mal übel ausgehen, weil nicht jeder „Spender“ ein Katzenfreund ist. Deshalb kann es nicht schaden, auch den entfernteren Nachbarn darauf anzusprechen – nicht zuletzt, um zu wissen, wie weitläufig das Revier ist. Regelmäßig zu fixen Zeiten pünktlich angeboten (Katzen haben eine innere Uhr) – und natürlich stehengelassen, falls sie mal verspätet eintrifft – wird sich die Samtpfote aber daran gewöhnen, dass nicht anderswo gegessen wird. Die besten Karten haben Sie, sofern das machbar ist, sie jedes Mal, wenn sie aufkreuzt, mit Leckerbissen von Hand zu ködern, und seien es nur Häppchen. Ein wenig mühselig ist es, doch dafür haben Sie die Gewissheit, dass ihr zumindest bis jetzt nichts passiert ist. Am besten wäre es, wenn sie abends heimkommt und danach die Tür bis zum nächsten Morgen geschlossen bleibt. Im Prinzip ist alles eine Frage der Gewohnheit.


Kostgänger

Kommt anfangs nur eine Gast-Katze, scheint sich das schnell rumzusprechen, und das Restaurant platzt bald aus den Nähten. Dann ist häufig Schluss mit hochwertigem Qualitätsfutter, weil sich das doch auf den Geldbeutel schlägt. Es bleibt Ihrer Großzügigkeit überlassen, aber wenn eine Mutter ihre Kinder anschleppt und/oder die Katzen verwahrlost und abgemagert sind oder sichtlich die besten Jahre schon überschritten haben, sollten Sie nicht knausern (und gelegentlich eine Wurmtablette in ein Fleischklößchen schmuggeln) – auch wenn’s der Hunger reintreibt. Möchten Sie kein Billigangebot in die Näpfe kippen, lässt sich gutes Nassfutter bei einer Meute zum Beispiel mit Reis, Haferflocken, kleingeschnittenen Teigwaren oder Grießbrei „strecken“. Reste vom Abendmahl – ohne Gewürze – dürfen gelegentlich ebenso verwertet werden. Trockenfutter wird oft auch genommen, wenn es in Wasser eingeweicht wurde, eine große Schale frisches Wasser sollte trotzdem immer bereitstehen. Und hinsichtlich „gesunder Zusätze“ ist Ihrer Fanatsie natürlich keine Grenze gesetzt. (Christine Klinka)


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