Ernährung von Jungkatzen | GELIEBTE KATZE Magazin

Ernährung von Jungkatzen

Richtige Ernährung bildet den Grundstein für ein langes, gesundes Leben – die Basisarbeit beginnt allerdings schon bei der Ernährung des Muttertieres, weil davon sowohl die Milchleistung als auch die Milchqualität abhängen.
 
Jungkatzen © Foto: www.animals-digital.de
Der nächste Schritt folgt während der Aufzucht, wenn die Babys anfangen, sich für Essbares jenseits der Muttermilch zu interessieren. Was braucht ein Winzling, was benötigt das Jungtier, und ab wann dürfen sie essen wie die Großen?
Die Verantwortung liegt hier zunächst beim Besitzer von Mutter und Kindern, und nach Vergabe des Kätzchens (in der Regel ab der 13. Lebenswoche, wenn die Grundimmunisierung mittels Impfungen abgeschlossen ist) wird der neue Halter in die Pflicht genommen. Grundsätzlich sollte ein Kätzchen bis zum Abschluss der Wachstumsphase Kitten-Nahrung serviert bekommen – aber nicht darüber hinaus. Gut ernährt und fit hat nichts mit fett zu tun, also bitte nicht mästen, um dem Kleinen nicht schon Probleme mit „in die Wiege“ zu legen. Und weil die Entwicklung von Rasse zu Rasse und von Katze zu Katze in der Regel unterschiedlich abläuft – auch innerhalb eines Wurfes, Katzen sind ja keine Klone –, ist der gesunde Menschenverstand gefragt.

Die ersten Lebenswochen

In der vierten Lebenswoche reduzieren sich die Saugakte auf etwa sieben innerhalb von 24 Stunden. Je nach Anzahl der Welpen und körperlichem Zustand der Mutter sollte spätestens ab diesem Zeitpunkt „feste“ Nahrung angeboten werden. Wird diese akzeptiert, sollten Sie die Flüssigkeitsmenge für die Mutter entsprechend reduzieren, um die Milchproduktion langsam zu drosseln und Milchstau zu verhindern.
  • Erfahrungsgemäß ist zu Beginn Breinahrung am besten (ideal ist Kittenaufzuchtmilch oder Sahne, 1 : 2 mit warmem Wasser verdünnt), angereichert mit Hafer- oder Reisschleim (aus dem Humanbereich).
  • Zusätzlich kann geschabtes Fleisch, gekochtes, passiertes Hühnchen oder etwas Dosennahrung, sämig verdünnt mit warmem Wasser, extra gereicht oder unter den Brei gemischt werden – achten Sie auf Abwechslung!
Stellt sich Durchfall ein, hilft zumeist mehr Wasser im Brei. Durch die tägliche Gewichtskontrolle können Sie prüfen, ob die Kätzchen weiter zunehmen oder das Gewicht konstant bleibt. Gibt sich das nach spätestens zwei Tagen nicht oder ein Kätzchen nimmt ab, müssen Sie sofort den Tierarzt konsultieren.

Futter – Teller – was ist das?

Katzenbabys saugen im Liegen mit erhobenem Köpfchen, beim Futteraufnehmen auf dem Teller müssen sie aber den Kopf senken. Manche haben das sofort heraus, manchen muss man das zeigen: zum Beispiel einen kleinen Löffel dicht unter die Nase halten, und wenn sie dran lecken, langsam senken. Sie können dem Kleinen auch etwas davon auf die Lippen streichen, ein winziges Fleischkügelchen seitlich ins Mäulchen schieben oder das Köpfchen sachte nach unten drücken, wenn das Katzenkind mit dem fremd riechenden Zeug nichts anfangen kann. Bleiben Sie geduldig, wenn’s nicht gleich klappt – und kontrollieren Sie immer das Gewicht! Bisher hat’s noch jede kleine Mieze gelernt.

Raus aus den Kinderschuhen

Da der Energie-, Eiweiß- und Vitaminbedarf kleiner Kätzchen im Alter von zehn/zwölf Wochen sehr hoch ist, werden rund 90 Prozent der Energie für das Wachstum benötigt und nur vier bis neun Prozent beim Spielen „verbraucht“. Deshalb sollten Sie nur biologisch hochwertige Nährstoffträger verwenden.
Bis zur zwölften Woche sollte ein gesundes, lebhaftes Kätzchen rund um die Uhr Zugang zum Futter haben, danach kann langsam auf fünf- bis bleibend dreimal täglich umgestellt werden, wobei die Morgen- und die Abendmahlzeit reichlicher ausfallen sollten. Das müsste in Verbindung mit einem „Betthupferl“ auch für Berufstätige einzurichten sein.
Wechselt ein Kätzchen zum neuen Besitzer, wird der Züchter eine Futterliste mitgeben. Viele Kätzchen scheinen diese Gelegenheit zu nutzen, alles Gewohnte plötzlich weniger toll und schmackhaft zu finden. Das ist nicht weiter schlimm, Sie können ruhig Alternativen ausprobieren.
  • Wird alles gut vertragen, dürfen Sie kreativ sein, solange Sie das Futter abwechslungsreich gestalten. Ideal wäre, Frisches (siehe „ Rezepte “) mit (Kitten-)Dosenfutter – 50 : 50 – abzuwechseln oder beides zu mischen, weil dann kaum Mineralstoffe und Vitamine zugesetzt werden müssen. Achtung bei Vitaminpaste: Sie kann stark sättigen und die Katze mangels Hungergefühl heikel werden lassen.
  • Vermeiden Sie reine Trockenfuttermahlzeiten, da der tägliche Wasserbedarf eines Jungtiers um 50 Prozent höher ist als der einer erwachsenen Katze!
  • Frisches Wasser extra ist trotzdem ein Muss!
  • Verdünnte Sahne und/oder Leckerchen in Maßen sind erlaubt.
Futtern wie die Großen

Mit Eintritt der Geschlechtsreife – bei vielen Katzenrassen im Alter von sechs bis acht Monaten, bei Siamesen zumeist früher, bei mittelschweren Rassen wie Britisch Kurzhaar zwischen dem achten und 13. Monat und bei Spätentwicklern und großformatigen Rassen wie der Maine Coon in der Regel deutlich später – kann die Jungtierentwicklung als abgeschlossen betrachtet werden. Mittlerweile haben die Kleinen ja schon mit dem Futter für die „Großen“ Bekanntschaft gemacht, und deshalb ist nun endgültig Schluss mit Babybrei und Aufbaunahrung. (Christine Klinka)

Foto: www.animals-digital.de
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