Diät für Katzen | GELIEBTE KATZE Magazin
Ernährung

Diät für Katzen

Wenn Katzen etwas partout nicht ausstehen können, dann sind das Änderungen im Speiseplan. Manchmal wird aber aufgrund gesundheitlicher Probleme eine Diät verordnet, wobei wir „nur" vor der Frage stehen: Futterumstellung – und wie gehen wir's an?
 
Diät für die Katz © N. Hasegawa / Fotolia
Jede Ernährungsumstellung erfordert viel Geduld
Erfahrungsgemäß haben Katzen keineswegs etwas gegen Krankenkost einzuwenden – solange sie gesund sind; das wurde mehrfach getestet. Aber kaum brauchen sie die Diät wirklich, ist Schluss mit lustig, und sie verweigern mit einer Hartnäckigkeit, dass nach anfänglicher Ratlosigkeit (auf beiden Seiten) häufig nur mehr die Kapitulation bleibt. Die unsere. Doch in der Regel haben wir die besseren Karten, wenn unsere Mieze stets abwechslungsreich ernährt wurde. Und ein bisschen austricksen lassen sich – fast – alle.


Diät? Nicht mit mir!

Alles von heute auf morgen auf den Kopf stellen geht freilich nicht, weil da wahrscheinlich nicht einmal die gutmütigste Katze mitspielen wird. Jede Umstellung erfordert viel Geduld, selbst auf „Besseres“, denn die meisten Katzen probieren Unbekanntes oft nicht mal, Schonkost noch weniger, weil dieser üblicherweise die ansprechende Geruchskomponente fehlt.
  • Um das auszugleichen, wird gern mit Fisch getrickst. Das ist an sich keine schlechte Idee, sofern Sie Fisch wie ein Gewürz behandeln und die Mahlzeiten damit ein bisschen “parfümieren“. Bei eingeschworenen Fischtigern wird das freilich nichts nützen, dann müssen Sie zu Plan B greifen (siehe unten);
  • Als Alternative zum Drüberstreuen bieten sich Vitaminhefeflocken an, die von den meisten Katzen sehr geschätzt werden. Kennt Ihre Mieze das noch nicht, bestreuen Sie die eine Hälfte der Mahlzeit und lassen die andere „pur“ – ob es mundet, merken Sie daran, mit welcher Hälfte sie beginnt.
  • Gleiches gilt natürlich für jedes ähnlich einsetzbare „Geheimrezept“, von dem Sie wissen, dass Ihre Katze drauf abfährt.
Das hat den Vorteil, dass Mieze zu Beginn auf Bekanntes trifft und nach dem ersten (fremden) Bissen vom „Darunter“ feststellt, dass es gar nicht so übel schmeckt. Zumal nach dem Probierhäppchen oft der Hunger überwiegt – oder auch nicht. Größeres wie untergemischte Stückchen vom heißgeliebten Rinderfilet z. B. erweisen sich übrigens meist als Eigentor, weil sie locker aus dem „ungenießbaren“ Rest herausgepult werden können.


Überzeugungsarbeit

Hat der erste Trick nicht funktioniert, müssen wir es eben doch Schritt für Schritt versuchen. Das heißt – sofern das noch nicht getestet wurde –, dass wir
  • der Katze ein winziges Probierhäppchen auf die Lippen stippen oder hinter den Fangzahn schieben (aber nicht mit Gewalt, sonst ist die Schlacht für die nächste Zeit schon mal verloren);
  • Trifft sie nicht gleich der Schlag, folgt Häppchen Nummer zwei und so fort. Füttern per Hand ist mühsam, kann aber zum Erfolg führen, besonders wenn sie dabei bis zum Steinerweichen gelobt wird – weil eine Katze ihrem geliebten Menschen auch gefallen möchte. Mit Grenzen, klar. Hat’s geklappt, wird langsam reduziert: Die letzten zwei Bissen landen auf dem Teller, dann drei, dann vier – bis es genügt, dass Sie dabeistehen und mit Lob nicht sparen.
Hält Mieze Sie aber nun für einen Scherzkeks, weil Sie tatsächlich dachten, damit durchzukommen – dann folgt die „Hardcore“-Version, nämlich Plan B.
 

Plan B

Bei der Zubereitung sollte sie nicht zugucken können! Katzen haben nämlich ein besonderes Gespür für menschliche Hinterhältigkeiten – oder war Ihre noch nie spurlos verschwunden, kurz bevor ein Tierarztbesuch oder Entwurmen auf dem Programm stand?
  • Verstecken Sie ein kleines Löffelchen vom Neuen im gewohnten Futter, gut vermischt. Hat sie es angenommen, belassen Sie es einige Tage dabei, bevor die Menge auf die gleiche Weise allmählich gesteigert wird – so lange, bis sie a) überzeugt werden konnte oder b) verweigert. In diesem Fall heißt es Kommando zurück bis zu jener Menge (oder etwas weniger), die bisher akzeptiert wurde.
  • Hilft das alles auch nicht, brauchen Sie Urlaub (oder zumindest ein Wochenende) und servieren über den Tag verteilt mehrmals immer nur kleine Häppchen vom Gewohnten, zu etwa einem Drittel mit dem Neuen versetzt. Räumen Sie den Teller nach 30 Minuten wieder weg, um etwas später wieder das Gleiche, nur eben frisch zubereitet, anzubieten.
Ist auch Plan B fehlgeschlagen, dürfen Sie die Totalverweigerung maximal 24 Stunden hinnehmen, bevor Sie kapitulieren und zum gewohnten Futter zurückkehren.
 

Noch einmal mit Gefühl

Kranke oder Rekonvaleszente sind keine Kandidaten für „Probierspielchen“, da wir bei einer sowieso schon geschwächten Katze zudem keine Zeit vertrödeln dürfen. Eine Diät sollte erst nach Wiederherstellung begonnen werden, und zwar aus zwei Gründen:
  • Der Katze mit Gewalt Nahrung aufzuzwingen wäre mit so viel Stress und Aufregung verbunden, dass keinerlei „gesunde“ Wirkung greifen kann!
  • Es besteht immer die Gefahr, dass sie sich verschluckt oder alles wieder erbricht.
Manch kranke Katze grault sich übrigens nur vor der „Masse“, die da auf dem Teller liegt. Bei generell Appetitlosen hilft oft, das Futter als sämig-dünneren Brei zu servieren, ein wenig dran schlecken tun die meisten. Außerdem brauchen Kranke in der Regel sowieso viel Flüssigkeit. Manchmal können Aufbaupräparate auch in einer Einmalspritze (natürlich ohne Nadel!) aufgezogen und hinter dem Fangzahn appliziert werden. Funktioniert das stressfrei, versuchen Sie Flüssignahrung. Klappt auch das nicht, muss sich der Tierarzt eine Alternative überlegen. (Christine Klinka)


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Fotos: 
N. Hasegawa / Fotolia
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