Würmer plagen alle Katzen | GELIEBTE KATZE Magazin

Würmer plagen alle Katzen

Würmer gehören zu den erfolgreichsten Tiergattungen auf unserem Planeten. Sie bevölkern jedes Fleckchen Erde: auch in Wohnungskatzen.
 
© Chris Rose / iStockphoto
Einem Wurmbefall kann man nicht vorbeugen.
Stubentiger können Wurmeier aufnehmen, die mit den Schuhen in die Wohnung getragen werden, oder sie können bereits als Kitten Wurmlarven mit der Muttermilch aufgenommen haben. Diese Larven einiger Rundwurmarten (Spulwürmer und Hakenwürmer) stammen aus dem Gewebe der Mutterkatze, wo sie in einer Art Ruhezustand lange Zeit verbringen können. Eine Kapsel schützt die Parasiten sowohl vor den Angriffen des Immunsystems als auch vor jedem Anti-Wurm-Mittel. Durch die Trächtigkeit , den Geburtsvorgang und die Milchproduktion kommt der Organismus der Katze in Stress. Dieser Stress wiederum aktiviert die Wurmlarven – sie können nun über die Milch in den Körper der Kätzchen gelangen. Aus diesem Grund sollte man Katzenkinder alle zwei bis drei Wochen entwurmen.

Parasiten können im Körper schlafen

Man kann davon ausgehen, dass sehr viele Katzen verkapselte Wurmlarven mit sich herumtragen. Solange die Larven inaktiv sind, zeigt die Katze keine Symptome und eine Verwurmung ist auch noch nicht nachweisbar. (Zurzeit wird intensiv an einem Bluttest geforscht.) In Stresssituationen und bei Krankheiten kann es zu einer Aktivierung der Larven kommen. Sie wandern dann in den Darm, entwickeln sich dort zu geschlechtsreifen Würmern und produzieren Eier. Diese Eier gelangen mit dem Kot in die Außenwelt, wo sie von der Katze selbst oder anderen Tieren wieder aufgenommen werden können.

Rohes Fleisch ist eine Gefahrenquelle

Diese Eier in den Exkrementen sind der Beweis, dass die Katze unter Würmern leidet. Doch die Parasiten pflanzen sich nicht immer fort. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Katze Würmer haben kann, obwohl der Tierarzt keine Beweise in ihrem Kot entdecken kann. Daher sind mindestens zwei Kotuntersuchungen im Abstand von mehreren Tagen empfehlenswert. Mit Bandwürmern infizieren sich Katze in der Regel bei der Aufnahme von rohem Fleisch. Werden Stubentiger nur mit gut durchgegartem Fleisch oder Fertigkost verwöhnt, besteht keine Gefahr. Bei Freigängern, insbesondere den Mäusefängern, ist die Wurminfektion dagegen kaum zu verhindern. Die meisten Wurmarten leben als ausgewachsene Würmer im Verdauungstrakt der Katze und entziehen der Nahrung wichtige Nährstoffe. Bei einem starken Befall kommt es dadurch zu Mangelerscheinungen bei der Katze. Symptome können beispielsweise ein struppiges Fell, Anfälligkeit für Krankheiten oder Abmagerung sein. Doch in der Regel sieht man erwachsenen Katzen nicht an, dass sie Würmer haben. Trotzdem sollte man konsequent gegen den Wurmbefall vorgehen. Denn die Würmer schwächen das Immunsystem der Katze. Das ist auch der Grund, warum man Katzen eine Woche vor jeder Impfung entwurmen sollte. Damit erreicht man, dass die Impfung optimal wirken kann. Ein weiterer Grund für eine regelmäßige Entwurmung ist der Schutz des Menschen. Spul- und Hakenwürmer bedrohen vor allem kleine Kinder. Die Larven dieser Parasiten wandern durch den kindlichen Körper und können auf ihrem Weg große Schäden anrichten. Besonders gefährlich für den Menschen ist der kleine Fuchsbandwurm. Dieser Parasit hat einen komplizierten Lebenszyklus und benötigt einen Zwischen- und einen Hauptwirt, um sich zu vermehren. Die Katze gehört mit dem Hund und dem Fuchs zu den Hauptwirten des kleinen Fuchsbandwurmes. Bei der Katze befindet sich der ausgewachsene Fuchsbandwurm im Darm. Mit dem Katzenkot gelangen die Eier des kleinen Fuchsbandwurmes in die Umwelt, wo sie von kleinen Nagern, den Zwischenwirten, bei der Futtersuche aufgenommen werden.

Fuchsbandwurm ist sehr ernst zu nehmen

Der Mensch infiziert sich mit den Eiern des Fuchsbandwurmes meist, wenn er ungewaschenes Gemüse oder Beeren verzehrt. Nicht ausgeschlossen sind auch Infektionen durch Eier, die im Fell einer von Bandwürmern befallenen Katze kleben. Doch sind solche Infektionen mit dem kleinen Fuchsbandwurm ausgesprochen selten. Es besteht also kein Anlass zu Panik! Eine Vorsichtsmaßnahme verringert das geringe Risiko für den Menschen zusätzlich: Zum Schutz vor einer Infektion sollte man Gemüse, Beeren und Pilze, die in Kontakt mit dem Kot eines Fleischfressers gekommen sein könnten, vor dem Verzehr gründlich waschen und möglichst kochen.

Zum anderen sollten Katzen, die Freilauf haben und Mäuse fangen, regelmäßig (vierteljährlich bis monatlich) gegen Bandwürmer entwurmt werden. Einem Wurmbefall kann man nicht vorbeugen, denn es gibt noch keine Impfung gegen diese Parasiten. Am besten ist es, gemeinsam mit dem Tierarzt einen individuellen Entwurmungsplan für die Katze zu erstellen. (Barbara Welsch, Tierärztin)

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