Kätzchenkrankheiten vorbeugen | GELIEBTE KATZE Magazin

Kätzchenkrankheiten vorbeugen

Wenn ein Kätzchen ins Haus kommt, erfüllt sich für die meisten Menschen ein lang gehegter Traum. Für das Katzenkind jedoch bedeutet die Trennung von der Mutter, den Geschwistern und der gewohnten Umgebung den größten Einschnitt in seinem Leben.
 
© Foto: Katlyn / Dreamstime
So schön das neue Zuhause auch sein mag - das Kätzchen wird sich durch die Umstellung erst einmal gestresst fühlen. Dieser Stress kann in Verbindung mit dem noch nicht ausgereiften Immunsystem und der zarten Konstitution des Jungtieres zu Gesundheitsproblemen führen.

Katzenkinder sind schnell in Gefahr

Sehr wichtig ist, dass zum Umzug nicht auch noch ein Nahrungswechsel stattfindet. Geben Sie dem Katzenkind in den ersten Tagen nur die gewohnte Kost und halten Sie sich auch an die Fütterungsempfehlungen (Zeit, Menge usw.) des Züchters. Falls Sie später das Kätzchen auf eine andere Nahrung umstellen möchten, gehen Sie schrittweise vor, indem Sie das neue Futter in steigenden Anteilen unter das alte mischen. Ein abrupter Wechsel könnte zu Durchfällen , Erbrechen und Nahrungsverweigerung führen. Diese Verdauungsstörungen sind bei Tierkindern lebensbedrohlich, weil die noch nicht über genügend Energiereserven verfügen. Zudem trocknen die kleinen Körper bei Flüssigkeitsverlust rasch aus.
Neben Verdauungsproblemen sind die Katzenkinder für Infektionen aller Art äußerst anfällig. Meist sind die Tiere, wenn sie von ihrem neuen Besitzer übernommen werden, schon das erste Mal gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft worden. Diese Impfungen müssen innerhalb von vier Wochen wiederholt werden, damit sie ihren vollen Schutz entfalten können. Je nachdem, ob die Katze später nur in der Wohnung leben oder auch Freigang erhalten soll, sind weitere Impfungen gegen Leukose , FIP und Tollwut empfehlenswert. Am besten lässt man sich vom Haustierarzt einen individuellen Impfplan für das Kätzchen erstellen. Erst wenn die Grundimmunisierung (beinhaltet zwei Impfungen im Abstand von höchstens vier Wochen) gegen die wichtigsten Krankheiten abgeschlossen ist, darf die junge Katze ins Freie.

Doch gegen viele Infektionen gibt es keine Impfungen, und daher sollte man gerade in der Umstellungsphase besonders auf Hygiene achten. Lassen Sie Feuchtfutter niemals länger als eine halbe Stunde im Napf stehen, reinigen Sie die Futter- und Trinkgefäße mindestens einmal täglich und spülen sie anschließend mit heißem (am besten kochendem Wasser) aus. Scharfe Reiniger oder Desinfektionsmittel sollten Sie hierzu und zum Hausputz nicht verwenden - denn für die empfindlichen Katzenkinder können auch minimale Rückstände gefährlich sein. Kätzchen sind häufig von Parasiten befallen. Solch ein Befall hat übrigens in der Regel nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Es gibt also keinen Grund, dem Vorbesitzer Vorwürfe zu machen. Meist haben sich die Katzenwelpen über die Muttermilch mit Spulwürmern infiziert.

Damit sich das Kätzchen nicht ständig wieder mit den eigenen Wurmeiern ansteckt, sollten Wurmkuren routinemäßig alle zwei bis drei Wochen bis zum fünften Lebensmonat durchgeführt werden. Auf jeden Fall sollte das Kätzchen vor jeder Impfung entwurmt werden. Denn ein bestehender Wurmbefall kann das Abwehrsystem des Tieres schwächen.

Gut gepflegt und trotzdem Parasiten

Auch Ohrmilben können ein "Andenken" an die Mutter sein. Die winzigen Milben leben im Gehörgang vieler erwachsener Katzen, ohne Symptome auszulösen. Beim Schmusen wandern die kleinen Biester von der Mutterkatze auf ihren Nachwuchs. Bei Jungtieren können die Milben zu Ohrentzündungen mit starkem Juckreiz führen. Andere Milbenerkrankungen sind selten geworden - doch sie treten genauso wie Flöhe auch bei gut gepflegten Tieren immer wieder auf.

Unbedingt Vorsicht bei der Wahl der Mittel Wichtig ist, dass Sie mit einem Kätzchen, das sich häufig kratzt oder wunde Hautstellen hat, schnellstmöglich zum Tierarzt gehen. Denn diese Parasiten können ein junges Tier schwächen. Genauso wichtig ist übrigens, dass Sie nur Mittel zur Parasitenbekämpfung am Tier und in der Wohnung anwenden, die Ihnen der Tierarzt gibt oder ausdrücklich empfiehlt. Denn viele Anti-Parasitika (auch pflanzliche!) sind für Katzen hochgiftig. Was Sie sonst noch tun können? Nehmen Sie die kleinen Streiche und Fehler Ihres Schützlings mit Humor. Haben Sie Geduld, wenn er ein bisschen Zeit braucht, um sich an Sie, die neue Umgebung und die neuen Regeln zu gewöhnen. Erwarten Sie zu Anfang nicht zu viel Gegenliebe von Ihrem Katzenkind -aber geben Sie ihm alle Liebe, die Sie haben. 

Kastration

Bei einer Kastration werden die Eierstöcke der Katze oder die Hoden des Katers entfernt. Mit der Kastration verhindert man nicht nur die Fortpflanzung der Tiere, sie beugt auch störendem Verhalten, wie z.B. dem Harnmarkieren des Katers, vor. Bei einer Sterilisation hingegen werden nur Ei- oder Samenleiter durchtrennt. Auch dieser Eingriff macht die Tiere unfruchtbar, er hat aber keinen Einfluss auf das Verhalten der Katzen. Nur wenn Kater und Katze vor der Geschlechtsreife kastriert werden, kann die Entwicklung der lästigen Verhaltensmuster verhindert werden. Die Geschlechtsreife tritt meist im Alter von sieben bis neun Monaten ein.
Es ist auch möglich, die Operation bei Welpen im Alter von nur wenigen Wochen durchzuführen. Diese sehr frühe Kastration soll genauso problemlos sein, wie ein Eingriff bei einer sechs Monate alten Katze. Gerade bei streunenden Katzen ist dies sicherlich auch eine sinnvolle Methode, um unerwünschten Nachwuchs und die Überfüllung der Tierheime effektiv zu verhüten. Bei Tieren, die in der Obhut des Menschen leben, sollte man sich vom Haustierarzt über den besten Zeitpunkt beraten lassen. (Barbara Welsch, Tierärztin)
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren