Wunden bei Katzen | GELIEBTE KATZE Magazin

Wunden bei Katzen

Es ist so schnell passiert. Ein unachtsamer Moment, ein hervorstehender Nagel in der Wand, eine Glasscherbe auf dem Boden oder ein kurzer Kampf, überall kann sich ein Tier verletzen.

 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Katzen können sich relativ schnell verletzen.

Generell gilt: Jede Verletzung, die größer ist als ein Kratzer oder eine Abschürfung, sollte möglichst bald einem Tierarzt gezeigt werden. Denn nur er kann entscheiden, ob eine Wundnaht oder eine antbiotische Behandlung erforderlich ist. Bei großen, tiefen Wunden ist das Stillen der Blutung der erste und wichtigste Schritt. Venöse Sickerblutungen (man erkennt sie an der dunkelroten Farbe und am langsamen Herausquellen des Blutes) kann man manchmal schon durch kaltes, fließendes Wasser stillen. Blutet das Tier stark oder spritzt gar hellrotes Blut aus der Wunde, müssen Sie einen Druckverband anlegen. Dazu decken Sie die Wunde mit steriler Gaze ab, befestigen diese mit Mullbinde und pressen dann einen „Druckgegenstand“ (z.B. eine abgepackte Mullbinde) auf die Wundfläche. Das alles umwickeln Sie straff mit einer elastischen Binde, und nun so rasch wie möglich zum Tierarzt! Vergessen Sie aber nicht, zuvor bei ihm anzurufen. Nur so können Sie sicher sein, dass die Praxis auch besetzt ist, wenn Sie mit dem verletzten Tier dort ankommen.

Reinigung und Desinfektion

Haben Sie es jedoch geschafft, die Blutung ohne Druckverband zum Stillstand zu bringen, folgen nun Reinigung und Desinfektion. Schneiden Sie mit einer Schere, am besten einer Verbandsschere mit abgerundeten Spitzen, die Haare um die Wunde ab. Für die Reinigung der Wunde nehmen Sie am besten fließendes Wasser. Falls vorhanden, träufeln Sie ein flüssiges Desinfektionsmittel auf die Wundränder. Verwenden Sie bitte keinen Puder. Anschließend schützen Sie die Wunde mit steriler Gaze und einem leichten Verband. Die oberflächliche Desinfektion der Wundränder ersetzt nicht den Gang zum Tierarzt! Er muss die Wunde sondieren, um ihr Ausmaß festzustellen. Handelt es sich tatsächlich nur um eine oberflächliche kleine Verletzung, wird er die Wunde eventuell nur gründlich spülen und verbinden. Bei tiefen, klaffenden Wunden muss er nähen.

Wundnaht

Problemlos kann er das übrigens nur in den ersten vier Stunden nach der Verletzung. Nach diesem Zeitraum muss er die Wunde auffrischen, bevor er nähen kann. Verletzungen, bei denen das umliegende Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wurde, muss er operieren. Das zerrissene oder gequetschte Gewebe wird entfernt und die Wunde vernäht. Heilt die Wunde komplikationslos ab, können die Fäden bereits acht bis zehn Tage nach der Naht gezogen werden. Gleichzeitig ist eine antibiotische Behandlung unverzichtbar. Denn trotz sorgfältiger Reinigung und Desinfektion könnten Krankheitskeime in der Wunde verblieben sein, die die Heilung der Wunde komplizieren und die Gesundheit des Tieres gefährden können. Die Naht bzw. die Wundränder jucken während der Heilungsphase. Ihr Tier wird versuchen, Wunde und Wundnaht zu belecken und zu beknabbern, dabei kann es sich leicht die Fäden ziehen und erneut klafft die Wunde auf. Ein Trichter vom Tierarzt hindert das Tier daran und schützt es vor sich selbst. Doch der Trichter ist ausgesprochen lästig und der tierische Patient wird versuchen, ihn loszuwerden. Bleiben Sie hart und trösten Sie Ihr Tier in dieser Zeit mit besonders viel Zuwendung.

Bissverletzungen

Bissverletzungen sehen oft harmloser aus, als sie sind. Das winzige Loch vom Zahn des Gegners ist die Eintrittspforte für Krankheitskeime aller Art und nicht selten hat sich an der Bissstelle zwischen Haut und Muskelgewebe ein Hohlraum gebildet. Dieser Hohlraum ist die ideale Brutstätte für Bakterien, die eine Blutvergiftung auslösen können. Untersuchen Sie also Ihren Hund oder Ihre Katze nach jedem Kampf genau nach diesen kleinen und unscheinbaren Löchern. Vorsicht bei eingespießten Fremdkörpern wie z. B. Holzstöckchen. Lässt sich der Fremdkörper nicht leicht entfernen, lassen Sie ihn an Ort und Stelle. Sie könnten beim gewaltsamen Herausziehen Blutgefäße und Nerven zerreißen. Stabilisieren Sie die Lage des Fremdkörpers mit einem leichten Verband und überlassen Sie seine Entfernung Ihrem Tierarzt. Zum Schluss: Denken Sie auch an Ihren eigenen Schutz. Der Schmerz kann ein verletztes Tier (auch das liebste) aggressiv machen. Tragen Sie wenn möglich dicke Lederhandschuhe. Einem Hund muss man eventuell die Schnauze zubinden. Ist der Schmerz erst vergessen, wird Ihr Tier auch wieder so lieb wie früher sein.

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