Krabbelnder Katzenjammer: Zecke, Milbe & Floh | GELIEBTE KATZE Magazin
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Krabbelnder Katzenjammer: Zecke, Milbe & Floh

Kaum steigen die Temperaturen an, kommen Zecken, Milben und Flöhe schnell zum Vorschein. Diese Plagegeister sind nicht nur unangenehm, sondern können auch für Katzen gefährlich werden
 
Zecken, Flöhe und Milben bei Katzen © Pixabay: sipa
Im Sommer sollte bei einer Katze täglich nach Zecken gesucht werden.
Der Beginn der warmen Jahreszeit wird nicht nur von Katzen herbeigesehnt. Auch die krabbelnden Plagegeister haben bei einem kletternden Thermometer Hochkonjunktur. Die lästigen Blutsauger selbst sind aber nicht das Hauptproblem. Allerdings können durch ihren Biss gefährliche Krankheiten übertragen werden. In den Monaten März bis Juni und von Ende August bis Oktober sind vor allem Zecken am aktivsten.


Katze gründlich abtasten

Während dieser Zeitspanne sollten Sie Ihren Freigänger mindestens einmal am Tag gründlich nach diesen Parasiten absuchen . Besonders gut durchblutete und dünnhäutige Stellen sind das Ziel von Zecken. Untersuchen Sie deshalb vor allem Kopf, Hals, Schultern und Achseln Ihrer Katze, um die Schädlinge zu entfernen. Sollten Sie dabei Zecken entdecken, die sich bereits festgesaugt haben, entfernen Sie diese vorsichtig mit einer Pinzette oder einer speziellen, im Handel erhältlichen Zeckenzange. Seien Sie beim Herausziehen des Parasiten besonders vorsichtig: Der Kopf der Zecke darf nicht in der Haut stecken bleiben, da dieser dann noch Speichel absondern kann, der meist Krankheitserreger enthält. Träufeln Sie auch niemals Öl, Nagellack oder Ähnliches auf die Zecke, um diese vorher zu töten. Die Zecke könnte das bereits aufgesaugte Blut in die Hautwunde erbrechen – und so könnten auch hier gefährliche Erreger in das Blut gelangen. 


Zwei Parasiten mit einer Klappe

Zecken sind vor allem im Anfangsstadium sehr leicht zu übersehen. Kein Wunder, denn dann sie sind nur wenige Millimeter groß und mit dem menschlichen Auge dementsprechend schwer zu erkennen. Zeckenhalsbänder oder Spoton- Präparate (wenige Tropfen werden an eine Stelle im Nacken der Katze geträufelt, die sie nicht ablecken kann) helfen meist gleichzeitig auch gegen Flohbefall. Fragen Sie unbedingt zuvor den Tierarzt Ihres Vertrauens, denn Katzen reagieren auf einige Wirkstoffe zur Zecken- und Flohbekämpfung empfindlich. Achten Sie bei Halsbändern bitte auch darauf, dass sich diese öffnen, wenn die Katze einmal damit hängen bleibt.


Auch Wohnungskatzen sind gefährdet

Im Gegensatz zu Zecken, von denen in der Regel nur Freigänger betroffen sind, können Flöhe auch Wohnungskatzen befallen. So reicht ein unbewusst vom Menschen in die Wohnung getragenes Flohweibchen aus, um eine schnell wachsende Flohpopulation zu gründen. Weibchen können bis zu 50 Eier pro Tag legen, von denen rund die Hälfte wiederrum weibliche Flöhe sind, die ebenfalls Eier legen. Sollten Sie also auch nur einen winzig kleinen Floh entdecken, ist es Zeit, schnell zu handeln. Suchen Sie deshalb zur Früherkennung die Liegeplätze ihrer Katze regelmäßig ab. Achten Sie dabei auf unscheinbare schwarze Krümelchen. Wenn sich diese auf einem feuchten Küchenpapier rot färben, handelt es sich um unverdautes blut im Flohkot und Sie können sicher sein, dass ein Flohbefall vorliegt. 
 

Flöhe sind überall

Das Gemeine an Flöhen ist, dass sie überwiegend nicht auf der Katze zu finden sind, sondern sich praktisch überall verstecken könnten. Nur erwachsene Flöhe springen auf Katzen, um Blut zu saugen. Die Eier, Larven und Puppen verteilen sich auf Teppichböden, Kratzbäumen, Sofas etc. Um gegen Flöhe erfolgreich vorzugehen, müssen Sie unbedingt die Umgebung der Katze in die Reinigung mit einbeziehen. Das bedeutet leider auch, dass Sie viel Arbeit haben werden. Nach jedem Saugen sollten Sie den Beutel entsorgen, zudem alle Decken, Kissen, bezüge, auf denen ihre Katze sich aufhält, bei 60 Grad waschen. Falls Sie Platz haben, können Sie die betroffenen Teile auch in einer geschlossenen Plastiktüte für 24 Stunden bei minus 20 Grad in den Gefrierschrank legen. Wenden Sie bitte chemische Flohungsmittel für die Umgebung nur an, wenn diese unbedenklich auch bei Katzen eingesetzt werden dürfen. Bei einem Mehrkatzen-Haushalt müssen bei Flohbefall unbedingt alle Tiere behandelt werden.


Vorsicht Milbenbefall

Neben Zecken und Flöhen sind Milben die häufigsten Parasiten bei Katzen. Einen Milbenbefall erkennen Sie unter anderem daran, dass sich ihre Katze häufig kratzt und optische Veränderungen am Fell auftreten. Hinweise sind ein stumpfes Fell, entzündete Stellen und besonders häufiges Kratzen im Ohrbereich. Bitte lassen Sie ihre Katze dann unbedingt von einem Tierarzt untersuchen. Um einen Neubefall erfolgreich zu verhindern, sollten Sie ihre Einrichtung reinigen und ein vom Tierarzt empfohlenes Umgebungsspray benutzen. Präventiv sind auch hier Spot-on-Produkte. 

Text: Marcus Hellkötter 
Artikel aus Geliebte Katze Ausgabe 02/2016. Jetzt abonnieren!
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