Pinkelprobleme bei Katzen | GELIEBTE KATZE Magazin

Pinkelprobleme bei Katzen

Kätzchen, die bei ihrer Mutter in einer katzengerechten Umgebung aufwachsen, werden schon mit vier bis sechs Wochen stubenrein – allerdings nur in der vertrauten Umgebung. Nach dem Umzug in eine neue Familie kann dann schon mal was daneben gehen.
 
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Zur Vorbeugung von Krankheiten der Harnorgane sollten Katzen möglichst viel Flüssigkeit aufnehmen.
Wichtig ist, dass man gelassen bleibt und dem Tier immer wieder geduldig und liebevoll zeigt, wo das „Örtchen” ist. Wenn die junge Katze jedoch nach einigen Tagen nicht selbstständig auf die Toilette geht, sollte man sie vom Tierarzt untersuchen lassen. Bei sehr jungen Tieren können Missbildungen der unteren Harnwege oder des Nervensystems die Ursache sein. Glücklicherweise sind solche Missbildungen sehr selten, denn sie lassen sich nur schwer oder gar nicht beheben.

Unsauberkeit ist das letzte Warnsignal

Bei jungen und ausgewachsenen Katzen können Verletzungen des Gehirns oder des Rückenmarks zu einem Kontrollverlust über die Schließmuskel der Harnblase führen. Die Behandlung richtet sich nach dem Ort und der Schwere der Verletzung. Nierenprobleme führen zwar zu großen Harnmengen, aber nur selten zur Unsauberkeit. Am häufigsten lösen Krankheiten des unteren Harntraktes (Harnblase und Harnröhre) die Unsauberkeit aus. Diese Krankheiten werden bei Tierärzten unter dem englischen Sammelbegriff „lower urinary tract disease” (LUTD) zusammengefasst. Typisch für eine LUTD-Erkrankung sind: häufiger Absatz kleiner Mengen von Harn, Schmerzen und Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Blut im Harn und Verstopfung der Harnwege. Zum Verlust der Stubenreinheit kommt es häufig erst im weiteren Verlauf der Krankheit. Zu den Ursachen einer LUTD-Erkrankung zählen die idiopathische Harnblasenentzündung, Harnsteine, Harnpfröpfe, Infektionen, Verletzungen, Vernarbungen u. a. Am bedeutendsten ist die idiopathische Harnblasenentzündung. Rund 66% aller Katzen mit Schwierigkeiten beim Harnabsatz leiden unter dieser Erkrankung. Die Diagnose der idiopathischen Harnblasenentzündung erfolgt im Ausschlussverfahren. Noch weiß niemand genau, wie diese Erkrankung entsteht. Allerdings scheint Stress ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung der Erkrankung zu sein. Die gute Nachricht ist, dass die Krankheit meist genauso geheimnisvoll und schnell wieder verschwindet, wie sie aufgetaucht ist; die schlechte ist, dass jederzeit Rückfallgefahr besteht. Doch man kann einem erneuten Ausbruch vorbeugen. Die wichtigste Maßnahme besteht darin, die Wohnung so einzurichten, dass sich die Katze jederzeit zurückziehen kann, wenn sie sich gestresst fühlt. Am besten entspannen sich sensible Stubentiger, wenn sie sich an einem erhöhten Ort verstecken können. Sie behalten dort den Überblick und fühlen sich trotzdem geschützt.

Stress abbauen macht die Katze gesund

Auch beim interaktiven Spiel mit ihrem Besitzer kann eine Katze Stress abbauen, daher sollte man sie oft zum gemeinsamen Spiel auffordern, aber niemals bedrängen. Unterstützend wirken außerdem Pheromone. Das sind Duftstoffe, die vom Menschen nicht wahrgenommen werden, aber auf Katzen beruhigend wirken. Besonders empfehlenswert ist ihr Einsatz, wenn man weiß, dass der Katze eine stressige Zeit bevorsteht, wie z.B. eine Renovierung oder der Einzug eines neuen Familienmitgliedes. Pheromone sind als Sprays oder Zerstäuber beim Tierarzt erhältlich.

Übergewicht ist eine echte Gefahr

In hartnäckigen Fällen kann ein Antidepressivum der Katze helfen. Doch bei dieser Behandlung besteht die Gefahr von Nebenwirkungen. Sie darf daher nur unter der strengen Kontrolle eines Tierarztes durchgeführt werden. Eventuell lohnt sich auch eine Glykosaminoglykan-Therapie bei der Katze. Glykosaminoglykane sind besondere Eiweiß-Zucker-Verbindungen, die eine schützende Schicht über der Schleimhaut der Blase bilden sollen. Sehr wichtig ist außerdem, dass Katzen mit idiopathischer Blasenentzündung nur Nassfutter erhalten und viel trinken. Zusätzlich sollten die Tiere – wenn nötig – abnehmen, denn Übergewicht begünstigt die Entstehung der Krankheit. Übergewichtige Katzen neigen außerdem mehr als schlanke Tiere zur Bildung von Harnsteinen. Die Steine können die unteren Harnwege verletzen und zu Entzündungen führen. Wenn die Harnröhre verstopft ist, staut sich der Harn in der Blase. Sobald die Fassungskapazität der Blase überschritten ist, kommt es zu unkontrolliertem Harntröpfeln. Eine verstopfte Harnröhre ist ein absoluter Notfall und muss sofort vom Tierarzt behandelt werden.

Harnsteine lassen sich verhindern

Bei Katzen kommen hauptsächlich zwei Arten von Harnsteinen vor: Struvit- und Calciumoxalatsteine. Beiden Steinarten kann man mit besonderen Diäten vom Tierarzt vorbeugen. Mit dem richtigen Futter kann man sogar bereits vorhandene Struvitsteine zur Auflösung bringen. Außerordentlich wichtig ist auch, dass die Katze genügend Flüssigkeit zu sich nimmt, damit die Harnwege durchspült werden.

Immer gut durchspülen

Zur Vorbeugung von Krankheiten der Harnorgane (Nieren, Harnblase und Harnwege) sollten Katzen möglichst viel Flüssigkeit aufnehmen. Leider trinken die meisten Katzen nur ungern. Bei diesen Tieren sollte man das Futter anfeuchten. Man kann das Wasser auch durch ein paar Spritzer Fleischbrühe attraktiver machen – dieses Getränk verdirbt allerdings schnell und sollte daher nicht zu lange stehen. Bewährt hat es sich, das Trinkwasser einige Zeit abstehen zu lassen und die Wasserstelle für die Katze in einiger Entfernung von ihrem Futterplatz einzurichten. Einige Katzen lieben auch sprudelndes Wasser, z.B. aus einem Zimmerbrunnen. Dieser sollte dann möglichst nicht mit destilliertem Wasser betrieben werden. Ein paar Tropfen destilliertes Wasser schaden aber auch nicht, wenn die Katze über das Futter mit genügend Mineralstoffen und Salzen versorgt ist.

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