Juckreiz bei Katzen | GELIEBTE KATZE Magazin

Juckreiz bei Katzen

Wenn sich die Katze mal genüsslich kratzt, ist das noch kein Grund zur Besorgnis. Meist hört der Juckreiz gleich wieder auf, und man muss keinen weiteren Gedanken daran verschwenden.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Es gibt viele Ursachen für Juckreiz bei Katzen.

Wenn sich die Katze mal genüsslich kratzt, ist das noch kein Grund zur Besorgnis. Meist hört der Juckreiz gleich wieder auf, und man muss keinen weiteren Gedanken daran verschwenden. Doch wenn sich eine Katze ständig kratzt, beleckt oder benagt, wenn im Fell bereits kahle Stellen zu sehen sind oder die Haut gerötet und entzündet ist, sollte man den Tierarzt aufsuchen.

Vom Tierarzt ist Detektivarbeit gefordert

Denn hartnäckiger Juckreiz ist keine Lappalie, die sich von alleine erledigt oder mit Hausmitteln in den Griff bekommen lässt. Juckreiz ist ein Symptom für ganz unterschiedliche Erkrankungen und kann nur dann kuriert werden, wenn die Ursache oder auch die Ursachen erkannt und gezielt behandelt werden. Darüber hinaus kann der Juckreiz auch selbst zur Krankheitsursache werden, wenn die Katze nämlich beim ständigen Kratzen, Lecken, Knabbern ihre Haut verletzt. Die geschädigte Haut kann nicht mehr als natürliche Barriere gegen Krankheitserreger oder Schadstoffe fungieren. Meist ist es – zum Glück – nur ein Flohbefall, der zum Juckreiz führt. Mit den entsprechenden Anti-Flohmitteln vom Tierarzt kann man diese Parasiten in den Griff bekommen. Allerdings müssen auch alle anderen Tiere im Haus und vor allem auch die Umgebung der Katze gegen Flöhe und ihren Nachwuchs behandelt werden. Das gilt übrigens auch für andere Parasiten und für Pilzinfektionen. Leider ist es für den Tierarzt gar nicht so einfach, die Ursache für den Juckreiz zu erkennen. Tatsächlich sind häufig ein geradezu detektivisches Gespür des Tierarztes und umfangreiche Untersuchungen nötig, um eine eindeutige Diagnose zu stellen. Als Katzenhalter kann man die Detektivarbeit des Tierarztes erleichtern, wenn man ihn detailliert über die Lebensumstände und die Krankengeschichte der Katze informiert. Tritt der Juckreiz beispielsweise nur zu einer bestimmten Jahreszeit auf, ist es wahrscheinlich, dass die Katze auf ein saisonales Ereignis, z.B. den Pollenflug, allergisch reagiert. Hat die Katze insgesamt ihr Verhalten verändert, könnte auch eine Hormonstörung oder eine Erkrankung des Nervensystems hinter dem Juckreiz stecken. Oder juckt es die Katze besonders heftig, wenn sie ein bestimmtes Futter gefressen hat? Tatsächlich ist bei der Fülle möglicher Ursachen jedes Detail wichtig!

Symptomfrei bedeutet nicht geheilt

Deshalb wird der Tierarzt bei einer dermatologischen Untersuchung nicht nur die Haut gründlich unter die Lupe nehmen und Proben nehmen, sondern die Katze insgesamt auf Herz und Nieren durchchecken. Das ist zugegebenermaßen aufwendig und nicht billig. Stellt der Tierarzt aber fest, dass in Wirklichkeit Milben den Juckreiz verursachen und die Katze gleichzeitig unter einer Allergie leidet, hat sich der diagnostische Aufwand gelohnt. Denn er erspart nicht nur der Katze eine unnötige Verlängerung ihres Leidens, er spart dem Katzenhalter auch die Kosten für wirkungslose Therapieversuche. Bei vielen Hauterkrankungen können die Symptome wie Juckreiz und akute Entzündungen durch die tierärztliche Behandlung rasch gelindert werden. Die Heilung der Krankheit dauert aber meist sehr viel länger. Daher ist es wichtig, dass man sich an den Therapieplan des Tierarztes hält, auch wenn die Katze keine Symptome mehr zeigt.

Therapien greifen nicht immer sofort

Auf der anderen Seite sind bei bestimmten Erkrankungen Juckreiz und Entzündungen schwer in den Griff zu bekommen. So lässt sich der Juckreiz der durch eine Futtermittelallergie ausgelöst wird, durch die üblichen entzündungshemmenden Medikamente kaum lindern. Die Katze und ihr Halter müssen sozusagen eine gewisse „Durststrecke“ hinter sich bringen, bevor sich der Erfolg der Behandlung zeigt. Und selbstverständlich kann sich auch ein Tierarzt irren oder eine Ursache übersehen. Wenn der Juckreiz trotz konsequent durchgeführter Therapie nicht besser wird, sollte man auf jeden Fall mit dem behandelnden Tierarzt sprechen. Er kennt die Katze und ihr Problem schließlich am besten. Wenn auch er keinen Rat mehr weiß, wird er die Katze an einen Spezialisten überweisen.

Ursachen für Juckreiz

  • Parasiten und Infektionen: z.B. Flöhe, Herbstgrasmilbe, Milben (Raubmilben, Ohrmilben und Grabmilben), Haarlinge, starker Wurmbefall, Hautpilz und bakterielle Infektionen
  • Allergien: z.B. gegen Flohspeichel, Mückenstiche, Vorratsmilben, Hausstaub (Milben), Futtermittel und Kontaktallergien
  • Stoffwechselstörungen: (Verursachen selbst meist keinen Juckreiz, können die Haut aber anfällig für Infektionen machen), Hormonstörungen, Mangelerscheinungen infolge unausgewogener Ernährung, starkem Wurmbefall oder z.B. durch eine zehrende Krankheit
  • Autoimmunerkrankungen: Fehlfunktionen des Immunsystems – die eigenen Abwehrzellen greifen die Haut an: Pemphigus, Lupus erythromatosus, Eosinophiler Granulom Komplex

Diskrete Katzen

Einige Katzen kratzen sich sehr diskret – man bemerkt nicht, dass sie unter Juckreiz leiden. Daher sollte man einmal täglich Haut und Fell des Stubentigers kontrollieren: Ist das Fell dicht, glatt und glänzend, oder wirkt es stumpf und/oder weist es lichte Stellen auf? Ist die Haut sauber, trocken und eben, oder findet man feuchte oder gerötete Stellen? Sind eventuell Kratzer, Schuppen oder Krusten zu sehen? Natürlich ist ein einzelner Kratzer oder ein einsames Pickelchen noch kein Grund zur Besorgnis, aber es sollte ein Anlass sein, Haut und Fell in der nächsten zeit genauer zu beobachten und im Falle einer Verschlechterung den Tierarzt aufzusuchen.

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