Herzerkrankungen HCM und DCM bei Katzen | GELIEBTE KATZE Magazin
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Herzerkrankungen HCM und DCM bei Katzen

Wer seine Katze genau beobachtet, dem fallen schnell Veränderungen im Verhalten auf. Bei einem Herzfehler zum Beispiel zieht sich das Tier häufig in dunkle Ecken zurück und gerät beim Spiel oder Stress schnell außer Atem. Die Atmung erfolgt dann statt ausschließlich aus der Nase auch durch den Mund. Bei dem geringsten Verdacht ist es ratsam einen Tierarzt aufzusuchen. 
 
Herzerkrankungen bei Katzen © lazortech / iStockphoto
Diät und Ruhe verlängern das Leben von Katzen mit HCM und DCM.
Katzen sind schwierige Patienten. Das gilt ganz besonders für herzkranke Stubentiger. Denn sie zeigen nur so schwache Symptome, dass Besitzer und Tierarzt häufig erst sehr spät bemerken, dass die Katze ein Herzproblem hat. Daher sollte man schon beim geringsten Verdacht auf eine mögliche Erkrankung den Tierarzt um eine gründliche Untersuchung dieses zentralen Organs, bzw. um die Überweisung an einen Spezialisten, bitten.


Herzfehler sind selten angeboren

Ein solcher Verdacht sollte aufkommen, wenn die Katze sich häufig in dunkle Ecken zurückzieht, wenig Anteil an ihrer Umgebung nimmt, schlecht frisst, beim Spiel oder bei Stress rasch außer Atem gerät und in diesen Situationen statt allein durch die Nase auch durch das Maul atmet. Im Gegensatz zu Hunden und Menschen husten Katzen mit Herzproblemen übrigens in der Regel nicht. Zu einem Herzcheck gehören das gründliche Abhören des Brustraums, Röntgenaufnahmen, EKG und Echokardiografie (die Untersuchung mit einem Ultraschallgerät). Außerdem müssen die Blutwerte und der Blutdruck bestimmt werden, um begleitende oder gar auslösende Krankheiten zu entdecken. Eine solche Erkrankung ist z. B. die Überfunktion der Schilddrüse. Wenn der Tierarzt diese Grundkrankheiten rechtzeitig in den Griff bekommen kann, bessert sich auch der Zustand des Herzens. Angeborene Herzfehler sind bei Katzen verhältnismäßig selten. Kätzchen mit solch einem Handicap entwickeln sich nicht so gut wie ihre Geschwister, sind weniger lebhaft und ermüden rasch. Nur in Ausnahmefällen kann diesen Tieren in einer Spezialklinik mit einer Operation geholfen werden. Die erworbenen Herzkrankheiten kommen weitaus häufiger vor. Bei Katzen erkrankt meist der Herzmuskel. Zumindest bei der Hypertrophen Kardiomyopathie (HCM), der häufigsten Herzkrankheit bei Katzen, vermutet man eine erbliche Veranlagung. Bei dieser Krankheit verdickt sich der Herzmuskel, so dass der Herzinnenraum kleiner wird und immer weniger Blut fassen kann. Das hat zur Folge, dass das Herz häufiger schlagen muss, um den Körper mit ausreichend Blut zu versorgen. Die höhere Schlagfrequenz wiederum lässt den Herzmuskel weiter anschwellen – ein Teufelskreis, der mit Medikamenten leider höchstens verlangsamt werden kann.


Der Herzmuskel ist besonders gefährdet

An einer Hypertrophen Kardiomyopathie können alle Katzen erkranken. Besonders häufig sind jedoch echte „Prachtkerle”, nämlich Kater in hervorragender Kondition und im besten Alter bis zu fünf Jahren, betroffen. Woran das liegt, kann heute noch niemand beantworten. Die zweithäufigste Herzerkrankung bei Katzen ist die Restriktive Kardiomyopathie. Sie ist genauso rätselhaft wie die hypertrophe Form und noch schwerer zu erkennen. Bei ihr hat der Herzmuskel seine Elastizität verloren und kann daher nicht genügend Blut aufnehmen – die Folgen gleichen der Hypertrophen Kardiomyopathie.


Diät und Ruhe verlängern das Leben

Die Dilatative Kardiomyopathie kennt man heutzutage fast nur noch als Spätfolge der anderen Herzerkrankungen. Bei dieser Erkrankung hat der Herzmuskel seine Kontraktionskraft eingebüßt, und das Herz ist – salopp ausgedrückt – „ausgeleiert”. Früher, als man die Bedeutung der Aminosäure Taurin in der Katzenernährung noch nicht kannte, war die Dilatative Kardiomyopathie das häufigste Herzproblem. Denn eine ungenügende Versorgung mit Taurin verursacht diese Erkrankung. Doch durch ein verbessertes Futter wurde dieses Problem fast aus der Welt geschafft. So leicht ist dies bei den anderen Herzkrankheiten leider nicht. Es stehen dem Tierarzt zwar eine ganze Reihe verschiedener Wirkstoffe zur Verfügung. Doch es gibt bislang nur sehr wenige wissenschaftliche Studien zur Therapie von Herz Kreislauf-Erkrankungen bei Katzen. Darüber hinaus reagieren die samtpfotigen Patienten sehr unterschiedlich auf die Medikamente, so dass sich der Tierarzt mit viel Fingerspitzengefühl an die für die einzelne Katze richtige Therapie herantasten muss. Unterstützen können Sie die Therapie durch eine natriumarme Herzdiät und dadurch, dass Sie Anstrengungen und Stress möglichst von Ihrer Katze fernhalten. Ein warmes Versteck, in das sich die Herzkranke zurückziehen kann, trägt zusätzlich zu ihrem Wohlbefinden bei. Die Tierarztbesuche können Sie Ihrem Pflegling aber nicht ersparen. Denn nur in der Tierarztpraxis kann der Patient genau untersucht werden und die Behandlung gegebenenfalls Veränderungen des Zustandes der Katze angepasst werden.

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