Giardien bei Katzen | GELIEBTE KATZE Magazin

Giardien bei Katzen

Giardien befallen vor allem Jungkatzen und sind nicht ohne weiteres zu diagnostizieren. Wird die Krankheit erkannt, ist sie gut heilbar.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Giardien sind ansteckend – auch für Menschen.

Als das Kätzchen bei seiner neuen Familie einzog, war es kerngesund und munter, doch schon nach einigen Wochen ging das Elend los: Immer wieder hatte die junge Katze Durchfälle, die trotz der Bemühungen des Tierarztes nicht aufhörten. Er nahm eine Kotprobe und ließ sie untersuchen – ohne Ergebnis. Er behandelte gegen Würmer und gegen bakterielle Infektionen – kein Erfolg. Er empfahl eine Diät – die Wirkung tendierte gegen Null. 

Alarmsignal Unsauberkeit

Der Katze ging es in dieser Zeit mal gut, mal schlecht. Wirklich schwer krank wirkte sie nicht, nur manchmal etwas angeschlagen, und ihr Fell war etwas struppiger. Allerdings war das Tierchen nicht mehr stubenrein – seine Hinterlassenschaften überall in der Wohnung stellten die Zuneigung seiner Besitzer auf eine harte Probe. Schließlich ließ der Tierarzt eine weitere Probe des Durchfalls untersuchen, und diesmal gab es ein Ergebnis: Giardien, winzige einzellige Parasiten, verursachten den hartnäckigen Durchfall.

Erwachsene Katzen haben keine Beschwerden

Die birnenförmigen Erreger sehen im mikroskopischen Bild aus wie kleine Gespenster, können Menschen und Tier gleichermaßen befallen, führen aber nur in Ausnahmefällen zu einer Erkrankung. In der Regel erkranken Katzen im Alter zwischen 6 und 12 Monaten, ältere Tiere scheinen immun gegen Giardien zu sein. Man nimmt an, dass kohlenhydratreiches Futter und vorangegangene Magen-Darm-Erkrankungen eine Erkrankung begünstigen. Die Hauptsymptome einer Giardien-Erkrankung sind: wechselnder, schleimiger bis fettiger Durchfall und Abmagerung bzw. Kümmern. Fieber und bedrohlichere Krankheitssymptome verursachen die Giardien im Normalfall nicht.

Giardien sind ansteckend – auch für Menschen

Giardien können Mensch, Tier und nicht zuletzt den Tierarzt das Leben ganz schön schwer machen. Denn sie sind gar nicht so einfach zu diagnostizieren. So müssen häufig mindestens zwei frische(!) Kotproben im Abstand von zwei Tagen untersucht werden, um die Erreger überhaupt zu entdecken. Ohne die richtige Behandlung können Katzen monatelang unter den ständig wiederkehrenden Durchfällen leiden. Behandelt wird meist mit dem Wirkstoff Metronidazol, der zweimal täglich über mindestens fünf Tage konsequent verabreicht wird.

Strenge Hygiene verhindert Wiederansteckung

Übliche Antibiotika oder Antiparasitika helfen mit einer Ausnahme, nämlich dem Wurmmittel Fenbendazol (Panacur), nicht. Fenbendazol muss jedoch in einer höheren Dosierung und über einen längeren Zeitraum als gegen Würmer eingesetzt werden, um gegen die Giardien zu wirken. Gleichzeitig müssen alle Räume, in denen sich die Katze aufhält, und alle Gegenstände, mit denen sie in Berührung kommt, mehrmals gründlich gereinigt werden. Diese Reinigungsmaßnahmen sind nötig, um eine erneute Infektion der Katze zu verhindern und auch um den Menschen vor einer allerdings ausgesprochen seltenen Ansteckung zu schützen. Handelsübliche Desinfektionsmittel helfen gegen Giardien leider nicht.

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