Felines Asthma | GELIEBTE KATZE Magazin

Felines Asthma

Einer britischen Studie zufolge soll etwa jede 200. Katze unter Asthma leiden. Besonders häufig sollen Siamkatzen und Katzen im Alter von 2 - 8 Jahren von dieser Krankheit betroffen sein.
 
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Katzen, die unter einem Grad-IV-Asthma leiden, brauchen Ruhe.
Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, die mit Schweratmigkeit und Hustenanfällen einhergeht. In schweren Fällen kann Asthma zu einer hochgradigen und lebensbedrohlichen Atemnot führen.

Asthma tritt in Schüben auf. Während eines asthmatischen Schubs atmet die Katze schwer. Erkennbar ist Schweratmigkeit am angestrengten Heben und Senken der Flanken. Eventuell kann man pfeifende Atemgeräusche vernehmen. Auffällig sind Hustenanfälle, die so aussehen, als wolle die Katze einen Haarballen hoch würgen. Diese Symptome können sich zum lebensgefährlichen Status asthmaticus steigern. Kennzeichen des Status asthmaticus sind: hochgradige Atemnot, Maulatmung, blaue Schleimhäuten und eine geduckte Haltung mit vom Körper abgespreizten Ellbogen. Eine Katze, die diese Symptome zeigt, droht zu ersticken und muss augenblicklich zum Tierarzt! Diese Symptome zeigen allerdings auch Tiere mit anderen Erkrankungen. Daher sind bei einem Verdacht auf Asthma zahlreiche Untersuchungen nötig, um eine eindeutige Diagnose zu stellen. Neben Bluttests und Röntgenaufnahmen können auch Untersuchungen wie Bronchoalveoläre Lavage (dabei werden Proben aus den Bronchien gespült), Lungenfunktionstests, Allergietests, Ultraschalluntersuchungen, EKG sowie die gründliche Untersuchung auf Parasiten nötig sein.

Die Ursachen sind noch nicht bekannt

Man weiß heute noch nicht, wie und warum Asthma entsteht. Doch es ist sehr wahrscheinlich, dass allergische Reaktionen eine große Rolle bei dieser Erkrankung spielen. Amerikanische Wissenschaftler konnten darüber hinaus bei jeder fünften unter Asthma leidenden Katze Mykoplasmen (Krankheitserreger) feststellen. Inwieweit die Mykoplasmen an der Krankheitsentstehung beteiligt sind, ist heute noch nicht ausreichend erforscht. In jedem Fall scheinen sie das Krankheitsbild zu verschlimmern und sollten mit Antibiotika bekämpft werden, wenn sie festgestellt werden. Prinzipiell wird Asthma mit Bronchodilatatoren (Medikamenten, die Bronchien weiten und so die Atmung erleichtern) und entzündungshemmenden Arzneimitteln behandelt. Im Notfall muss die Katze mit Sauerstoff versorgt werden. Bei einer Infektion werden darüber hinaus Antibiotika eingesetzt. Ist bekannt, dass die Katze unter einer bestimmten Allergie leidet, kann man versuchen, das Tier zu hyposensibilisieren.

Gezielte Therapie bei bekannter Allergie

Die Hyposensibilisierung oder spezifische Immuntherapie beruht auf der Tatsache, dass eine Allergie eine Fehlreaktion des Immunsystems ist: Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf harmlose Stoffe, als wären sie gefährliche Krankheitserreger. Dadurch kommt es zu den Allergiesymptomen. Bei Hyposensibilisierung oder spezifischer Immuntherapie wird die Katze durch winzige Mengen des allergieauslösenden Stoffes (Allergen) langsam an ihn gewöhnt. Wenn diese Therapie erfolgreich ist, lernt ihr Immunsystem, dass der Stoff harmlos ist, und reagiert nicht mehr bzw. zumindest nicht mehr so heftig auf ihn. Voraussetzung für eine spezifische Immuntherapie ist, dass man das Allergen kennt. Man unterteilt Asthma bei Katzen in vier Schweregrade. Bei Erkrankung mit dem Grad I leiden die Katzen nur hin und wieder unter einem relativ leichten Asthmaanfall. Diese Tiere können ein weitgehend normales Leben führen, behandelt werden sie nur bei Bedarf mit Bronchodilatatoren. Grad-II-Patienten zeigen täglich leichte Symptome, verhalten sich aber zwischen den Anfällen normal. Diese Patienten benötigen bei einem Anfall zusätzlich entzündungshemmende Medikamente. Bei Grad-III-Patienten ist die Lebensqualität bereits eingeschränkt. Sie werden rasch müde und haben einen gestörten Schlaf/Wachrhythmus. Sie müssen dauerhaft mit Bronchodilatatoren versorgt werden.

Stress ist Gift für kranke Katzen

Katzen, die unter einem Grad-IV-Asthma leiden, haben auch in Ruhe große Schwierigkeiten mit der Atmung, sie vermeiden Aktivitäten und machen häufig schwere Anfälle von Atemnot durch. Diese Tiere brauchen sowohl Bronchodilatatoren als auch entzündungshemmende Medikamente in Dauertherapie. Ideal ist die Medikamentengabe über ein Inhalationsgerät. Denn dadurch erreichen die Wirkstoffe schnell und direkt den Zielort. Allerdings dürfen nur Inhalationsgeräte, die speziell für Kleinkinder entwickelt wurden und über einen so genannten Spacer verfügen, eingesetzt werden.  Mittlerweile gibt es auch spezielle Inhalationsgeräte für Katzen. Erstaunlicherweise akzeptieren ca. 90% der Katzen die Inhalationstherapie, wenn sie geduldig und behutsam an Maske und Gerät gewöhnt wurden. Wichtig ist, dass die Tiere durch die Therapie nicht unter Stress gesetzt werden. Denn Stress verschlimmert die Symptome eines Asthmaanfalls. Katzen, die sich nicht mit dem Inhalationsgerät anfreunden können, können mit Tabletten behandelt werden.

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