Sanfte Therapien für Katzen - Ein Überblick | GELIEBTE KATZE Magazin
Gesundheit

Sanfte Therapien für Katzen - Ein Überblick

Was gibt es? Wie hilft es? Wir erklären, was man unter den Heilmethoden der Komplementärmedizin versteht, wie sich diese ergänzenden Therapien voneinander unterscheiden und wie sie bei Katzen eingesetzt werden können
 
Alternative Heilmethoden - Ein Überblick © animals-digital.de
Welche Unterschiede gibt es bei alternativen Heilmethoden?
Ergänzend zur anerkannten Schulmedizin gibt es alternative Heilmethoden, die Ihrer Katze helfen können.

 

Homöopathie

Die naturheilkundliche Therapieform der Homöopathie versucht, mithilfe aufbereiteter Stoffe regulierend in Körperprozesse einzugreifen. Ihr Hauptanliegen ist dabei nicht allein, Symptome zu behandeln, sondern die Ursachen einer Erkrankung zu finden. Daher wird in der Homöopathie nicht ausschließlich die jeweilige Krankheit betrachtet, sondern der Patient, seine Lebensumstände und der Krankheitsverlauf in individueller Gesamtheit. Zur Gewinnung homöopathischer Mittel dienen als Ausgangsstoffe Pflanzen wie beispielsweise der Arnika, tierische Produkte wie z. B . die der Honigbiene, Mineralien und Organpräparate oder Nosoden. Unter Letzteren versteht man aufbereitete Krankheitserreger und -produkte wie beispielsweise Blut oder Eiter.

Wirkungsweise

„Similia similibus curentur“ – „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“ lautet das vom deutschen Arzt und Apotheker Samuel Hahnemann (1755 – 1843) aufgestellte homöopathische Grundprinzip. Gemäß dem Simile-Grundsatz ist der verabreichte Stoff im Rahmen einer sogenannten Arzneimittelprüfung in der Lage, beim Gesunden die Symptomatik der zu behandelnden Krankheit in ähnlicher Weise hervorzurufen. Damit wäre auch der Begriff „Homöopathie“ erklärt: Er setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern für „gleich“ (homoios) und „Leiden“ (pathos).

Anwendungsgebiete

Homöopathie wird nicht gegen eine Krankheit, sondern für ein Individuum angewendet. Sie erscheint als besonders wirkungsvoll, wenn das ganze Individuum, ob Mensch oder Katze, in seiner individuellen Wesensausprägung behandelt werden soll. Vor allem aber wird die Homöopathie auch bei chronischen Krankheitsprozessen und in der Prävention von Krankheiten eingesetzt. Häufig kommt sie auch bei „Bagatellerkrankungen“ wie Husten, Schnupfen und Verdauungsstörungen zum Einsatz. Nach homöopathischem Verständnis können solche vermeintlich harmlosen Erkrankungen allerdings Hinweise auf eine Störung in der Gesamtfunktion des Organismus sein; sie können damit als ernst zu nehmende Indikatoren angesehen werden.


„Biochemische Heilweise“ – Schüßler-Salze

Der homöopathische Arzt Wilhelm Schüßler (1821 – 1898) gilt als Begründer der „Biochemischen Heilweise“. Seiner Lehre nach ist die Voraussetzung für einen geordneten physiologischen Zellstoffwechsel das Vorhandensein von exakt im Verhältnis aufeinander abgestimmten Mineralstoffen im Körper. Schüßler stellte zwölf im Blut und den Geweben befindliche Mineralsalze in das Zentrum seiner Therapie. Er nannte sie Funktionsmittel oder Salze des Lebens , da jedes bestimmte Funktionen der Organe beeinflusst. Wenn der Mineralstoffhaushalt aus dem Gleichgewicht gerät, regen die molekularen feinen Reize der Salze die gehemmten Körperzellen zu Regeneration und Eigenresorption der benötigten Stoffe an.

Wirkungsweise

Viele Mineralsalze können, wenn sie in konzentrierter Form eingenommen werden, nicht den Weg in die einzelnen Zellen finden. Daher übernahm Dr. Schüssler die Idee der Potenzierung von Substanzen aus der Homöopathie. In potenzierter Form, also wenn die Mineralsalze stark verdünnt werden, können sie sich ihren Weg durch den Verdauungskanal, über den Blutweg bis zu den einzelnen Zellen bahnen. Dort können sie durch die Zellwände ins Innere aufgenommen werden und das gestörte Gleichgewicht regulieren.

Anwendungsgebiete

Ziel der Therapie mit den biochemischen Mitteln ist es, die körpereigene Regulationsfähigkeit anzuregen, damit das Gleichgewicht des Mineralhaushaltes wiederhergestellt werden kann. Nach den Grundsätzen Dr. Schüßlers erfolgt die Behandlung eines jeden Patienten mit einem individuell auf ihn und sein jeweiliges Krankheitsbild abgestimmten Arzneimittel. Die zwölf verschiedenen Mineralsalze können dabei bei den unterschiedlichsten Erkrankungen eingesetzt werden. Gewöhnlich werden Sie in Tablettenform verabreicht, damit die Mineralstoffe über die Mundschleimhaut aufgenommen werden können.


Vergleich: Homöopathie – Schüßler-Salze

Die Homöopathie richtet sich nach dem Simile-Grundsatz – Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden. Dagegen führte Schüßler seine Mineralsalz-Lehre auf biochemische Vorgänge im menschlichen Organismus zurück und wollte mit der Substitutionstherapie demgemäß Fehlendes durch Fehlendes wieder auffüllen. Gemeinsam ist allerdings beiden, dass es sich jeweils um Wissen handelt, welches schulmedizinisch nicht anerkannt ist.
 

Bachblüten

In den 30er- Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelte der englische Arzt Edward Bach (1886 – 1936) eine Heilmethode beruhend auf der These, dass Stress und psychische Probleme bei Menschen langfristig zu körperlichen Erkrankungen führen. Ist die Psyche dagegen ausgeglichen, können körperliche Erkrankungen besser heilen. Beruhend auf dieser Erkenntnis entwickelte er seine sogenannte Bachblüten-Therapie – 38 tropfen aus verschiedene Einzelblüten und ein Kombinationspräparat. Die Mittel werden aus bestimmten, wild wachsenden, ungiftigen Blumen, Büschen, Bäumen und Wasser einer heilkräftigen Quelle gewonnen.

Wirkungsweise

Bachblüten-Tropfen enthalten außer Wasser und Alkohol keine chemisch definierten Inhaltsstoffe und sie wirken nicht wie herkömmliche Medikamente. Ihre Wirkung beruht auf physikalischen Phänomenen wie Schwingungen und Resonanzen. Deshalb ist es für die Anwendung einerlei, ob die Katze die Blütenmischung in den Napf oder einfach auf den Körper getropft bekommt.

Anwendungsgebiete

Vor allem die Bereiche der psychischen und psychosomatischen Erkrankungen sind die Domänen der Bachblüten-Therapie. Oftmals sind auftretende Probleme keine ernsthaften Erkrankungen, und doch stören sie das Zusammenleben von Mensch und Katze. Beispielsweise wenn die Katze ängstlich auf Besucher reagiert oder nach einem Umzug völlig durcheinander ist und womöglich anfängt, diverse Möbel zu zerkratzen. In solchen Fällen kann mit Bachblüten geholfen werden.


Phytotherapie

Nach alter Volksweisheit ist gegen jedes Leid ein Kraut gewachsen. Die Phytotherapie – oder Pflanzenheilkunde –, die wohl älteste aller Therapieformen, lockt mit einem Angebot an Wild– und Heilpflanzen, die auch Katzen helfen können. Unter dem Begriff der Pflanzenheilkunde versteht man die Anwendung von Pflanzen beziehungsweise einzelnen Pflanzenteilen und deren Zubereitung zu medizinischen Heilzwecken. 

Wirkungsweise

Ein Merkmal der Phytotherapie liegt darin, dass Heilpflanzen den Symptomen der Krankheit entgegenwirken, diese aber nicht so stark unterdrücken wie chemische Arzneimittel. Die Kenntnis, welche Pflanzen bei welchen Leiden helfen können, und in welcher Darreichungssform (z. B . Aufguss, Frischsaft, Salbe, Tinktur) sie im Einzelfall am besten angewendet werden, setzt allerdings eine umfangreiche Beschäftigung mit dem Thema voraus.

Anwendungsgebiete

Das Spektrum der Phytotherapie ist umfassend. Es reicht vom bekannten Kräutertee der Hausapotheke, wie beispielsweise Kamillentee bei äußerlichen und innerlichen Entzündungen, über Rosmarin für Tinkturen zum Einmassieren bei Arthrose bis zu Fenchel, Anis und Kümmel bei Verdauungsproblemen.


Vergleich: Phytotherapie – Homöopathie

Die Phytotherapie greift grundsätzlich immer auf die ganze Pflanze oder auch einzelne Pflanzenteile in Form von Samen, Wurzeln, Rinden, Blättern oder Blüten zurück. Hingegen verwendet sie keine aus der jeweiligen Pflanze herausgelösten Einzelstoffe. Im Gegensatz dazu sind in den Substanzen der Homöopathie stark verdünnte bis nicht nachweisbare Mengen an pflanzlichen Wirkstoffen enthalten. Die Verabreichung dieser Mixtur erfolgt nach der Ähnlichkeitsregel, wobei bei der Phytotherapie die Ursache entscheidend ist. Ein Beispiel aus dem Alltagsleben: Orangensaft, aus Konzentrat rückverdünnt, ist chemisch identisch mit frisch gepresstem Orangensaft. Beide schmecken jedoch unterschiedlich und sind auch unterschiedlich teuer.
 
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