Kinesiologie bei Katzen | GELIEBTE KATZE Magazin

Kinesiologie bei Katzen

Durch den kinesiologischen Muskeltest können Ursachen von körperlichen und seelischen Beschwerden ermittelt werden.

 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Kinesiologie bedeutet so viel wie „Lehre von der Bewegung“.

Snoopy, eine kastrierte Perser-Mischlings-Katze, litt seit zwei Jahren unter Juckreiz und Haarausfall. Außerdem war sie sehr schreckhaft und zeigte kein Interesse an ihrer Mitkatze. Verschiedenste homöopathische Mittel, Bioresonanztherapie und Ohr-Akupunktur hatten bisher keine Besserung gebracht. Da kein Parasitenbefall feststellbar war und die Blutuntersuchung keine gesundheitlichen Ursachen vermuten ließ, entschloss sich Dr. Evelin Lindner zu einem kinesiologischen Test. Dabei stellt man anhand gezielter Fragen zunächst fest, wo die Ursachen des Problems liegen, und danach in einem zweiten Schritt, wie man die Störungen und Blockaden auflösen kann. Im Fall von Snoopy schieden dadurch auch andere von der Tierärztin vermutete körperliche Störungen als Grund für den Haarausfall aus. Im zweiten Testabschnitt ergab sich als geeignete Therapieform die emotionale Stressablösung (ESA).

Ein Mensch als Stellvertreter der Katze

„Die Surrogatperson versetzt sich dabei in Gedanken in die Situation der Katze und betrachtet das Problem aus deren Sicht“, führt Dr. Evelin Lindner aus. Dazu berührt der Tester Stirn und Hinterkopf des Mittelsmannes, was zum Energieausgleich zwischen der linken (für das Rationale zuständigen) und der rechten (für das Emotionale zuständigen) Gehirnhälfte führt. Über gezielte Fragen versucht er, weitere Informationen zu dem bestehenden Problem zu bekommen. Er orientiert sich dabei an den Gefühlen, welche die Surrogatperson entwickelt. So begann sich z.B. eine Katzenbesitzerin zu fürchten, als sie gefragt wurde, wie es ihr (eigentlich also der Katze) gehe, wenn Kinder ins Zimmer kämen. Ist das Problem ermittelt, wird nach medizinischen oder verhaltenspsychologischen Möglichkeiten gefragt, es zu lösen. Es wird immer so lange weitergefragt, bis sich die Mittelsperson gut fühlt. „Zu 90% funktionieren diese Tests sehr gut“, meint die Medizinerin. Ist der Besitzer allerdings emotional zu sehr mit seinem Tier verbunden, nimmt sie lieber eine neutrale Person als Mittler, um das Ergebnis nicht durch irgendwelche Wunschvorstellungen zu verfälschen.

Testverfahren zur Medikamentierung

Aufgrund der ESA verordnete Dr. Evelin Lindner Snoopy einen geregelten Tagesablauf, ein homöopathisches Konstitutionsmittel, verschiedene Bach-Blüten und Farbtherapie mit den Farben Gelb und Blau zur Entgiftung des Nervensystems bzw. zur Beruhigung. Nach etwa vier Wochen Therapie begann sich die Katze erstmals für ihre vierbeinige Mitbewohnerin zu interessieren, und ihre Haare wuchsen langsam nach. Auch Anita Urban-Schwarz arbeitet sehr gern mit Kinesiologie. Jahrelang hatte die Tierärztin nach einem geeigneten Testverfahren gesucht, um aus der Vielzahl der homöopathischen Mittel das richtige für ihren jeweiligen Patienten auszusuchen. Doch weder mit Pendeln noch mit Pulsverfahren kam sie wirklich gut zurecht. Als sie schließlich auf die Kinesiologie stieß, wusste sie, dass sie die richtige Methode gefunden hatte. Seither testet sie auf diese Weise regelmäßig Blütenessenzen oder homöopathische Mittel aus.

Katzen spiegeln menschliche Probleme

Auch Allergien kann sie mit Hilfe des kinesiologischen Muskeltests sehr leicht ausfindig machen oder ein Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt oder Nierenprobleme erkennen, noch bevor sie sich im Blutbild zeigen. „Vielfach tragen die Tiere auch Probleme oder Krankheiten stellvertretend für ihre Menschen aus und nehmen etwas auf sich, was eigentlich ihr Besitzer emotional oder seelisch lösen sollte. Sie fungieren gleichsam als Spiegelbild ihres Menschen“, erläutert Anita Urban-Schwarz. Des Öfteren hat die Tiermedizinerin sogar die Erfahrung gemacht, dass Katzen gleichzeitig mit ihrem Menschen an Diabetes oder einem Tumor erkranken. Neben körperlichen Beschwerden kann man durch kinesiologische Tests auch Verhaltensproblemen auf die Spur kommen. So wusste z.B. eine Katzenbesitzerin nicht mehr weiter, weil ihre Katze immer zu knurren anfing und weglief, sobald sie sich dem frisch gefüllten Futternapf näherte. Schließlich ließ sie sich nur mehr im Garten füttern. Durch den Test stellte sich heraus, dass der Vorgänger der Katze einige Zeit zuvor bei einem Autounfall gestorben und anscheinend energetisch irgendwie noch spürbar war. Nach einem Ritual für das verstorbene Tier war das Problem behoben. In einem anderen Fall kam es zwischen Nachbarskatzen immer wieder zu unerbittlichen Kämpfen. Als sich die Besitzer auf Rat der Ärztin mit den im Streit liegenden Nachbarn aussöhnten, hörte auch die Streitigkeit zwischen den Tieren auf.

Richtige Antwort nur bei richtigen Fragen

„Auch wenn Katzen plötzlich anfangen zu pinkeln, zeigen sie nicht selten damit an, dass etwas in der Familie bereinigt werden muss“, erklärt die Expertin. „Das kann z.B. ein Mutter-Tochter-Konflikt sein, der in der Luft liegt, oder Spannungen zwischen Partnern. Ist die Ursache von Störungen im System des Tieres selbst begründet, wirkt die Therapie meist am nächsten Tag, sind sie mit dem des Besitzers verflochten, dauert es meist länger.“ Bei der Suche nach der Ursache von Problemen ist der Therapeut dabei nicht nur auf sein medizinisches Wissen, sondern auch auf Informationen durch den Tierbesitzer angewiesen. „Und es kommt natürlich auf sein Geschick an, die richtigen Fragen zu stellen. Denn nur die richtigen Fragen führen ihn auch zur richtigen Antwort“, erklärt Hannerose Mattes. Dabei nutzt die Psychologin und Kinesiologin, die Tiere manchmal indirekt über ihre Menschen mit behandelt, das Zellgedächtnis des menschlichen bzw. tierischen Körpers. Alle Erfahrungen, die wir je in unserem Leben gemacht haben, sind nämlich in unserem Zentralnervensystem und Muskelzellgedächtnis wie in einem Computer gespeichert. Manche dieser Erfahrungen haben sich in Form von Blockaden, Traumata, Phobien, Ängsten, Schmerzen, Allergien etc. festgesetzt. Werden die Blockaden nicht „gelöscht“, können sie dennoch wirksam werden, obwohl unser bewusstes Denken längst den Ursprung dafür vergessen hat. Im Grunde genommen „testet“ ein Kinesiologe also nicht die Spannkraft der Muskeln, sondern ruft im Gehirn gespeicherte Informationen ab.

So funktioniert die Kinesiologie

Kinesiologie bedeutet so viel wie „Lehre von der Bewegung“. Der amerikanische Chiropraktiker George Goodheart entwickelte 1964 den kinesiologischen Muskeltest. Um z.B. die Wirksamkeit von Medikamenten zu testen, gab er dem Patienten ein Präparat in die Hand und forderte ihn auf, seinen Arm oder sein Bein gegen den Druck seiner Hand auf seinem Platz zu halten. Gelang es ihm nicht, den Arm herabzudrücken, war dies ein Indiz für das richtige Präparat.

Muskel zeigt Problem an

Heute verläuft der Test etwas anders. Der Therapeut berührt leicht den Unterarm und testet so, ob der Deltamuskel sich bei der jeweiligen Frage anspannt oder locker lässt. Dazu fragt er nacheinander nach von ihm vermuteten Ursachen eines Problems. Da man den Muskeltest nicht direkt beim Tier machen kann, wird ein Mensch als Surrogatperson (Surrogat = Ersatz) genommen. D.h. der Mensch berührt das Tier und der Therapeut macht bei ihm den Test. Da zwischen Mensch und Tier ein energetisches Feld besteht, funktioniert das ähnlich, wie wenn sich mehrere Menschen Hand in Hand in einer Reihe aufstellen und der erste einen Elektrozaun berührt. Dann bekommen nur der erste und der letzte den Schlag ab.

Systemische Kinesiologie

Der Kinesiologe kann den Test auch nur mit Haar-, Blut- oder Speichelproben machen. Bei der systemischen Kinesiologie wird außerdem das Familiensystem betrachtet. Man geht davon aus, dass auch Tiere einen bestimmten Platz im menschlichen bzw. „kätzischen“ System haben. Ist es der falsche Platz, stört das die Harmonie, was zu Krankheiten oder Verhaltensstörungen führen kann. (Saskia Brixner)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren