Lassen Sie Ihre Katze jagen | GELIEBTE KATZE Magazin
Instinkte

Lassen Sie Ihre Katze jagen

Den Jagdinstinkt ihrer wilden Ahnen tragen alle Katzen immer noch in sich. Deshalb brauchen auch Wohnungskatzen ihre tägliche, selbst erlegte Beute ...
 
Katzen sollen spielen © Nikolay Okhitin / Fotolia
Was Ihrer Katze am besten gefällt, können Sie nur durch Ausprobieren herausbekommen.

Spielzeug ist gleich Beute

Katzenspielzeug ist eigentlich gar kein Spielzeug, sondern eine „Ersatzbeute“ für Katzen, die ganz oder teilweise in der Wohnung leben. „Draußenkatzen“ leben Jagdinstinkt und Bewegungsdrang an echter Beute aus, sie jagen nicht nur, wenn sie Hunger haben, sondern sind in Alarmbereitschaft, wann immer sie eine mögliche Beute erspähen. So trainieren sie ihre „Krallenfertigkeit“ und halten sich fit. Katzen, die selten oder gar nicht nach draußen kommen, haben dennoch ihren Jagdinstinkt, der befriedigt werden muss. Sonst verspüren sie schnell Langeweile in der Wohnung und suchen sich eine geeignet erscheinende Beute. Hierbei kommen dann nicht selten Einrichtungsgegenstände oder auch Waden, Fußknöchel oder Hände des Menschen zu Schaden.


Alles wird Beute, was sich bewegen lässt

Eine große Auswahl an Katzenspielzeug bietet der Fachhandel, von einfachen Fellmäusen (Achtung: Bitte keine aus echtem Fell kaufen; diese stammen meist aus China und sind von qualvoll getöteten Katzen) und Stoffbällchen über „Angeln“, Spieltiere mit Aufhängvorrichtung und Catnip-Säckchen bis hin zu Ball-Labyrinthen. Was Ihrer Katze am besten gefällt, können Sie nur durch Ausprobieren herausbekommen. Schüchterne Tiere mögen meist keine laute „Beute“, während Draufgänger es erst richtig toll finden, wenn ihr potenzieller Fang klingelt, klappert oder fiept. Wir empfehlen, wenn möglich auf naturfarbenes bzw. ungefärbtes Spielzeug zurückzugreifen, denn grelle Farben bedeuten meist viel Chemie, die die Katze dann beim „Zerlegen“ ihrer Beute mitfrisst oder ableckt. Leider ist aber das meiste industriell gefertigte Spielzeug eingefärbt, um den Menschen zum Kauf des hübschen Teils zu bewegen. Katzenspielzeug lässt sich auch gut selbst herstellen. Ungleichmäßig kullernde Walnüsse, Tischtennisbälle, Sektkorken, vorsichtig geworfen (natürlich nie direkt auf die Katze!) oder über den Boden geschossen, bringen oftmals noch mehr Spaß als gekaufte Bälle. Katzenangeln lassen sich aus einem stabilen Stock (z.B. Weide), einer Kordel und einem Anhänger (ein Stoffläppchen, Korken, Papierball oder Ähnliches) leicht und kostengünstig selbst herstellen. Alte Socken kann man mit Katzenminze füllen und zusammenschnüren. Längere Pappstreifen lassen sich toll fangen und zerfetzen, in Papiertüten (Henkel unbedingt abschneiden, damit sich die Katze nicht verheddert!) kann man herrlich toben und wüten.  


Zu viel Auswahl wird bald langweilig

Kreativen und aufmerksamen Katzenbesitzern sind hier kaum Grenzen bei der Auswahl gesetzt. Achten Sie zunächst allerdings darauf, dass die Katze ihre Ersatzbeute nicht auffrisst. Katzen entwickeln die unglaublichsten Vorlieben. Manche versuchen, Gummiband, Geschenkband, Papierküllerchen oder Ähnliches zu schlucken, was sehr gefährlich sein kann. Solches Spielzeug sollten Sie sofort aus dem Verkehr ziehen. Lassen Sie nie alle Spielsachen herumliegen. Die Sachen werden dann schnell langweilig. (Eine Maus, die den ganzen Tag auf dem Präsentierteller liegt, ist keine Herausforderung für eine Katze.) Lassen Sie immer nur einige Teile draußen, packen Sie den Rest in einen Schrank und tauschen Sie alle paar Tage das Angebot. Hängespielzeug kann ruhig von Türrahmen zu Türrahmen wandern.


Beim Spielen bitte auf Regeln achten 

Führen Sie eine feste Spieleinheit pro Tag (wenn möglich) ein, bei der Sie besonderes Spielzeug (z.B. die Katzenangel oder sonstiges gut bewegliches Spielzeug) hervorholen und die Katze wirklich beschäftigen. Danach sollten Sie dieses besondere Spielzeug wieder wegräumen. Dann macht es am nächsten Tag gleich doppelt Freude. Wichtig: Die Katze nie mit dem Spielzeug ärgern. Mäuse, die auf ewig knapp außerhalb der Fangmöglichkeit bleiben, machen der Katze keinen Spaß, sondern bringen nur Frust. Die Katze sollte am Ende des Spiels immer Sieger bleiben und die Beute behalten dürfen. Auch ein plötzlich abgebrochenes Spiel ist für die Katze unerfreulich. Wenn Sie also wissen, dass Sie sowieso nur wenige Minuten Zeit haben, vertagen Sie die Spielzeit lieber auf später. Viele Katzen jagen mit Begeisterung den roten Lichtpunkt eines Laser-Pointers. Kein Problem, wenn Sie darauf achten, Ihrer Katze nicht in die Augen zu leuchten, und die Spielzeit mit einem echten, also fangbaren Spielzeug ausklingen lassen, damit die Katze auch etwas in die Krallen bekommt.

Text: Susanne Vorbrich 


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