Gemeinschaftsspiele für Mensch und Katze | GELIEBTE KATZE Magazin
Haltung

Gemeinschaftsspiele für Mensch und Katze

Es gibt viele tolle Ideen, wie Sie mit Ihrer Katze gemeinsam spielen können. Auf die faule Haut legen wollen sich nämlich nur Papiertiger wie Garfield. Ein Stubentiger braucht „Äktschn" und einen Mitspieler. Nach Professor Leyhausen ist das schönste Spielzeug „jenes, an dessen anderem Ende ein Mensch agiert".
 
Gemeinschaftsspiele für Katze und Mensch © Thomas Brodmann / animals-digital.de
Spielen kann man nie genug. Abwechslungsreiche Materialien finden sich in jedem Haushalt

Gemeinschaftspiele aller Art 

  • Wichtig sind schnelle Renn- und Springspiele, damit Katz’ sich richtig „ausarbeiten“ kann. Benötigt werden: Eine Schnur mit einem raschelnden Papierknäuel, die rasch über den Boden gezogen wird. Ein geflochtenes Lederband, das man schlängelt oder in raschen Bewegungen durch die Luft schleudert. Ein kleiner Gummiball, der quer durch die Wohnung geworfen wird.
  • Raufspiele. Eine menschliche Hand, die die Katze umschubst, auf den Rücken dreht, sich ihrerseits überfallen lässt, ersetzt den Kumpel. Neben Elementen des Angriff- und Abwehrkampfes lässt sich bei solchen „Kampfhandlungen“ auch das gesamte Bewegungsinventar des Beutemachens beobachten.
  • Für Beutefang-Spiele eignen sich Papiertüten, Pappschachteln, „Zeitungsdächer“, Einkaufskörbe, eingerollte Läufer als Versteck und Tarnung für die Ansitzjägerin.
  • Kontaktspiele. Als Kitten trainieren Katzen mit ihrer Mutter und den Geschwistern. Alleine mit dem Menschen wird dieser zu Bezugsperson und Spielgefährten. Gemeinsames Spielen macht Spaß und intensiviert die Beziehung zwischen Mensch und Tier. Angelspielzeuge eignen sich hervorragend als Kontaktspielzeuge. Stellen Sie eine Angel aus einem glatten, unbehandelten Holzstab her. Dicke Bambusstäbe oder ein Laternenstöckchen bekommen Sie günstig in jedem Bastel- oder Baumarkt. Binden Sie eine dickere, feste Kordel fest an das eine Ende und fixieren Sie sie ggf. mit etwas Klebstoff. An das andere Ende der Kordel können Sie z.B. ausgediente Fellmäuse (Achtung: aufgesteckte Augen entfernen, können verschluckt werden), einen alten Socken oder ein Taschentuch befestigen. Die Katze springt nach dem Objekt, wenn Sie die Angel tanzen lassen, und wird es fangen wollen. Manche Katzen fangen auch gerne den Holzstab oder mögen es, wenn das Objekt im Zickzack über den Boden gezogen wird. Der Flyer ist eine Variante des Angelspiels. Nehmen Sie ein etwa armlanges Stück festen Draht, an dessen einem Ende ein festes, ca. 5 cm langes Papierröllchen befestigt wird. Halten Sie das Ende des Drahtes in der Hand und bewegen Sie ihn leicht hin und her. Die Katze springt nach dem Papierröllchen, das ähnlich einem Insekt über ihr schwebt. Lassen Sie Angel und Flyer niemals unbeaufsichtigt herumliegen. Verstrickt sich die Katze im Spiel zu sehr mit der Kordel, kann sie sich verletzten oder ersticken!


Mai-Bowling

Ein ganz fieses Spiel, das vor allem wasserscheue Katzen zu enormen Denkleistungen anspornt. Füllen Sie eine Schüssel mit klarem Wasser, legen Sie einige grüne Laubblätter hinein – und ein Schwimmtier oder einen Tischtennisball. Durch sanftes Anblasen bewegt sich die Beute auf der Wasseroberfläche und könnte gepackt werden - wenn sie nicht flugs weiterschwimmen würde, sobald die Katzenpfote sie anstupst. Das Spiel wird umso spannender, je größer die Wasseroberfläche ist. Vorsicht: Wild entschlossene Jäger könnten ins Wasser springen und damit eine größere Pfütze im Zimmer verursachen!


Kreisel jagen

In Spielwarengeschäften und Kaufhäusern finden Sie die bunten Holzkreisel, die per Hand oder Peitsche zum Tanzen gebracht werden können. Wählen Sie einen in der Größe eines Tennisballs aus Naturholz und lassen Sie ihn vor Ihrer Katze seine Runden ziehen. Weil ein gut in Schwung gebrachter Kreisel seine Pirouetten in alle möglichen Richtungen zieht und dabei auch kleine Sprünge einlegt, fordert und fördert er das Reaktionsvermögen der Jägerin. Anfangs wird sie ihn sicherlich entsetzt überspringen, weil er sich auf sie zubewegt, doch wenn Sie das ungewöhnliche Teil besser kennengelernt hat, spielt sie sogar mit, indem sie den Kreisel sanft anstupst und zu neuen Wendungen veranlasst.


Kürbis-Angeln

Kastanien, Haselnüsse, Walnüsse und Eicheln warten jetzt überall auf Sammler. Und in den Gemüseläden locken große Halloween-Kürbisse – alles herrlich natürliches Katzenspielzeug. Die kleineren Früchte lassen sich in Säckchen oder ausgedienten Kinderstrümpfen, die zugebunden werden, als Fangobjekte an der Angel jagen. Die Kürbisse, deren Inhalt Sie zur Bereicherung Ihres eigenen Speisezettels nutzen können, befreien Sie vom Fruchtfleisch, lassen sie gut trocknen (z.B. bei 80° C im Backofen) und schneiden Schlitze oder Löcher hinein, die gerade groß genug für eine Katzenpfote sind. Spannender wird das riesige Mauseloch, wenn’s drinnen raschelt, z.B. weil Sie den Kürbis mit Trockenlaub gefüllt haben.


Strohstern-Mobile

Aus Naturstrohhalmen binden Sie mit Bast sechszackige Sterne, die Sie mit Gummiseil entweder von einem dicken Bastkranz baumeln lassen oder mit Weichholzstäben zu einem Mobile binden, das an der Türklinke oder dem Kratzbaum aufgehängt wird. Lange wird Ihr Kunstwerk nicht halten, denn Bast und Stroh locken zum Reinbeißen und Festkrallen. Doch die Adventsüberraschung bringt viel Spaß für beide – die Spielerin und ihren Menschen.


Verpacken und Verstecken: der Intelligenztest für Ihre Mieze

Lassen Sie sie tüfteln und ausprobieren. Kann sie sich Leckereien auch erarbeiten? Verstecken Sie zum Beispiel Dropse, die Ihre Katze mag, in einem kleinen Ball (Tennisball, Tischtennisball, Plastikbällchen), in den Sie ein oder mehrere Löcher schneiden, sodass ein Drop hindurchpasst. Ein pfotengroßes Loch lässt der Mieze auch die Möglichkeit, das Leckerchen herauszuangeln.


Höhlenforscher: im Dunkeln munkeln

Überraschen Sie Ihre Katze mit einer Höhle. Zum Beispiel einer Schachtel mit Schlupflöchern, die Sie dort platzieren, wo die Mieze am liebsten schläft. Steigern Sie den Forscherdrang, indem Sie noch eine Decke darüberlegen und einen kleinen Höhleneingang frei lassen. Drinnen darf ruhig eine Belohnung auf ihren Entdecker warten.


Fremdgehen: Spielzeug aus dem Hunde- und Vogelzubehör

Manchmal finden sich gerade unter den Papageien- und Hundespielsachen ganz brauchbare Gegenstände, die Ihre Katze garantiert noch nicht kennt. Vor allem baumelnde Sisal- und Plastikteile und kleine Wurfgegenstände vom einfachen Ball bis zum Latextier sind auch bei Katzen beliebt. Und was ein Hund nicht zerbeißen kann und ein Papagei nicht kleinkriegt, das hält auch Katzenkrallen aus.


Mensch ärgere Dich nicht: Brettspiele einmal anders

Katzen lieben Würfelspiele, aber leider dürfen sie meistens nicht mitspielen. Warum eigentlich nicht? Wetten Sie miteinander, wie lange es dauert, bis der Würfel unerreichbar unterm Schrank liegt. Oder wie viele Würfel Ihre Katze verschusselt, bis Sie das Spiel zu Ende gespielt haben. Einige zusätzliche Würfel sollten Sie daher bereitliegen haben. Beliebt sind auch „Spitz pass auf!“ oder Angelspiele, Eisenbahnen, Kugelbahn, Murmelspiele, einfach alles, was bewegt ist oder wird.


Der Show-Star: üben mit viel Geduld

Eine neugierige Katze mit Grips und Anpassungswillen kann kleine Kunststücke lernen und z.B. mit dem Befehl „Spring!“ über eine Hürde hüpfen. Leckerchen gibt es, wenn die Katze nach dem Befehl „Spring!“ brav über die Hürde springt und nicht drunter durchschlüpft. Zu Beginn trainiert man mit einer kleinen Hürde und zieht eine Schnur oben drüber. Eindruck macht es natürlich erst, wenn die Mieze ohne Schnur springt. 


„Agility“: So bringen Sie Bewegung in die Katze

Faulpelze haschen eine Schnur erst dann, wenn sie an ihrer Nase vorbeigezogen wird. Echte Jumper sind das nicht. Nur ein Trick macht einer solchen müden Mieze Beine: Verstecken Sie sich hinter einer Tür, ziehen Sie eine Schnur ganz langsam zu sich und somit aus dem Sichtfeld der Mieze. Das ist ein Schlüsselreiz, dem fast keine Katze widerstehen kann: Gleich ist die „Maus“ weg. Das darf doch nicht sein! Eine Variante ist, die Schnur langsam unter eine Decke zu ziehen.


Überirdisch: Manche wollen hoch hinaus

Manche Wohnungen setzen den Bewegungsspielen enge Grenzen: Herumrennen-Können ist nur die halbe Miete. Genauso möchte eine Katze klettern und springen. Manchmal macht allein schon die Möglichkeit Freude, vom Kratzbaum auf einen Schrank oder ein Fensterbrett hüpfen zu können. Das Höchste der Gefühle ist eine Kletterlandschaft rund ums Wohnzimmer. Laufplanken aus Holz und Sisal, Treppchen, Plateaus, Schlafhöhlen, Hängematten, Sitzpolster und viele kleine baumelnde Spielzeuge machen die Rennstrecke in luftiger Höhe perfekt.


Lichtspielkino

Das können Sie in der Wohnung und draußen spielen – Hauptsache, es ist dunkel. Nehmen Sie eine Taschenlampe und lassen Sie deren Strahl einen Baumstamm hoch- und hinunterhuschen oder in der Wohnung unter der Couch verschwinden. Damit Ihre Katze das Spiel auch richtig gut findet, sollte das Lichtspiel direkt vor ihrer Nase beginnen und nicht allzu schnell vonstatten gehen. Ganz fies ist es, wenn Sie das Licht löschen, sobald Ihre Jägerin punktgenau drauf gesprungen ist. Dann hilft nur eines: ihr ein Leckerli als Beute spenden. Das motiviert für ein neues Lichtspiel.


Rein ins Reste-Vergnügen

Hat der Postbote zu Weihnachten Päckchen gebracht? Haben Sie die Dämm-Materialien (Holzwolle, Papierschnitzel, Reisstroh etc.) aufgehoben? Dann entfernen Sie von einem Karton den Deckel, füllen ihn mit den Dämmstoffen (Vorsicht bei Styroporschnitzeln, die von manchen Katzen gefressen werden!) und werfen ein Leckerli im Beisein Ihrer Katze hinein. Das ist die einfache Variante für verfressene Stubentiger. Die jagdlichen Instinkte wecken Sie, wenn Sie ein Glöckchen oder eine mit Sand gefüllte leichte Kugel an einem Faden befestigen, diesen durch eine Kartonseite ziehen und mit der Hand dafür sorgen, dass die Beute im Karton raschelt. Belohnung nicht vergessen, wenn Ihre Jägerin nach einem temperamentvollen Kampf in der Höhle mit Glocke oder Ball im Maul herausspringt.


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